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5. Dezember – Die Spur im Schnee

💫

Zephira bleibt stehen.
Vor ihr — eine Spur im Schnee.
Klein.
Leise.
Lebendig.

Nichts Grosses geschieht.
Und doch geschieht etwas.

Manchmal erinnern uns gerade die unscheinbaren Spuren daran,
dass das Leben auch im Stillen weitergeht.

Dass wir nicht allein auf dem Weg sind.
Auch dann, wenn es so wirkt.

💫


Achtsamkeitsmoment

Nimm heute etwas Kleines bewusst wahr:
eine Geste, ein Duft, ein Blick, ein Geräusch.

Manchmal liegt in den kleinsten Dingen
der grösste Trost.


„Selbst im Schweigen hinterlässt das Leben Spuren.“ 🕯️


4. Dezember – Nebel

💫

Liora geht am frühen Morgen los.
Der Nebel liegt dicht über dem Weg,
verschluckt Formen, Ränder, Gewissheiten.

Doch ihr Schritt bleibt ruhig.
Sie hat es nicht eilig.
Sie muss nichts wissen.

Es gibt Wege, die man nur gehen kann,
wenn man es zulässt, dass nicht alles sichtbar ist.

💫


Achtsamkeitsmoment

Wenn heute etwas unklar ist,
versuche nicht, es zu lösen.

Setz dich.
Atme.
Lass den Nebel Nebel sein.

Klarheit kommt von selbst,
wenn sie bereit ist.


„Manches zeigt sich erst, wenn die Welt weich wird.“ 🕯️


3. Dezember – Die Laterne

💫

Zephira hält eine kleine Laterne in der Hand.
Das Licht ist schwach, kaum mehr als ein Atemzug aus Flamme.
Es reicht nicht, um den Weg voraus zu erhellen.
Aber es reicht für den nächsten Schritt.

Mehr braucht es heute nicht.

Vertrauen wächst nicht in Gewissheit,
sondern in Nähe.

💫


Achtsamkeitsmoment

Du musst nicht wissen, wie alles weitergeht.
Nur, was jetzt dran ist.

Ein Schritt.
Ein Atemzug.
Ein Licht, das du tragen kannst.


„Ein kleines Licht reicht, wenn das Herz bereit ist zu sehen.“ 🕯️


2. Dezember – Der Ruf im Wind

💫

Liora steht still und lauscht.
Der Wind streicht durch die kahlen Äste,
und etwas darin klingt vertraut –
als würde ein längst vergessenes Lied
wieder nach Hause finden.

Sie weiss nicht, wohin der Weg führt.
Sie weiss nur:
Es ist Zeit, ihm zu folgen.

Manchmal ruft das Leben leise.
Und wir gehen.

💫


Achtsamkeitsmoment

Höre heute auf einen Klang
ohne ihn zu benennen oder zu erklären.
Nur zuhören.
Nur da sein.
Nur hören.


„Der Wind kennt alte Lieder, die wir längst vergessen glaubten.“ 🕯️


1. Dezember – Der erste Schritt

💫

Zephira steht am Fenster.
Ein dünner Frost liegt über den Dächern, als hätte die Nacht einen Schleier aus Stille zurückgelassen.
Sie legt die Hand an ihr Herz, atmet ein –
und öffnet die Tür.

Der Weg beginnt nicht draussen.
Er beginnt dort, wo wir innerlich leise werden.

Vielleicht ist der erste Schritt heute
kein Tun.
Sondern ein Zulassen.

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Achtsamkeitsmoment

Nimm heute einen bewussten Schritt.
Nicht gross. Nicht bedeutsam.
Nur wach.

Spüre den Boden unter deinen Füssen.
Für einen Atemzug.
Das genügt.


„Manchmal beginnt ein Weg damit, die Stille hereinzulassen.“ 🕯️


Ungeschnittenes Leben – bevor die Musik wieder einsetzt

Manchmal höre ich eine Melodie – und plötzlich sehe ich mich selbst, wie in einem Film. Ich sitze irgendwo, allein, vielleicht an einem Fenster, am Meer oder auf einer Parkbank. Das Licht ist weich, manchmal mystisch, und die Musik legt sich über die Szene wie eine Decke.

Ich denke über mein Leben nach – über Entscheidungen, Zufälle, Begegnungen. Ich frage mich, was ich hätte anders machen können. Wo bin ich zu früh gegangen – und wo zu lange geblieben? In meiner Wahrnehmung ist das der Abspann. Eine leise, traurige Schlussszene. Nur – es ist kein Film. Es ist mein Leben.

In letzter Zeit gibt es oft solche Momente, in denen sich Realität und Vorstellung überlagern. Als würde ich das Geschehen nicht nur erleben, sondern gleichzeitig beobachten – als Zuschauerin meiner eigenen Geschichte. Vielleicht ist das eine Form von Distanz. Vielleicht aber auch der Versuch, dem Moment Bedeutung zu geben.

Manchmal wünsche ich mir, das Leben würde sich wie im Film entwickeln: Die verzweifelte Nachricht, die ich abschicke, würde jemanden dazu bringen, ins Auto zu steigen, loszufahren, anzukommen.
Ein Wort, ein Blick – und alles wäre wieder gut. Doch das Leben folgt keinem Drehbuch. Es schneidet keine Szenen neu, wiederholt keine Dialoge. Es läuft – ungeschnitten, roh, manchmal unvollkommen.

Und trotzdem gibt es diese filmischen Momente. Vielleicht, weil wir in Geschichten denken. Weil wir sie brauchen, um unser Dasein zu ordnen, zu deuten, zu fühlen. Vielleicht ist das unsere Art, Sinn zu finden – indem wir unser Leben wie eine Erzählung betrachten, mit leisen Kapiteln, unerwarteten Wendungen und offenen Enden.

Wenn ich ehrlich bin, mag ich diesen Blick von aussen nicht so. Zu oft werde ich von der Realität eingeholt und erkenne: Das Leben ist kein Film. Und das stimmt mich dann manchmal traurig, weil ich mir in diesen Momenten so sehr ein anderes Leben wünsche – doch es ist mein Leben, und ich muss das Beste daraus machen.

Jede Handlung, ob unscheinbar oder turbulent, ist letztlich Teil der Geschichte – meiner Lebensgeschichte. Und auch wenn manche Phasen traurig wirken, heisst das nicht, dass es wirklich ein Ende ist – vielleicht nur eine Pause, bevor die Musik wieder einsetzt.

7 Fragen

Vor kurzem bin ich auf eine Reihe von Fragen gestoßen, die mich neugierig gemacht haben. Ich habe sie mir selbst gestellt – und dabei gemerkt, dass sie einen ehrlichen Blick nach innen eröffnen können. Vielleicht regen sie auch euch zum Nachdenken an. Wie würdet ihr darauf antworten ?

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Wenn sich die nächsten 1000 Tage genauso anfühlen wie gestern – bist du dann auf dem Weg zu deinem Traumleben oder davon entfernt?
→ Weder auf dem einen noch auf dem anderen Weg – eher wie ein stilles Weitergehen auf vertrauten Pfaden.

Wenn jemand deinen Alltag beobachten würde – würde er erkennen, was dir wirklich wichtig ist?
→ Vermutlich nicht. Nur Menschen, die mich sehr gut kennen, könnten zwischen den Zeilen meines Alltags lesen.

Was machst du immer wieder – obwohl du genau weißt, dass es dich zurückhält?
→ Ich neige dazu, zu nachgiebig zu sein und zu viel zu akzeptieren – manchmal auf Kosten meiner eigenen Klarheit.

Würde dein 12-jähriges Ich heute lächeln, wenn es sieht, wer du geworden bist, oder den Kopf schütteln?
→ Es käme wohl darauf an, worauf es den Blick richtet – doch eher würde es den Kopf schütteln.

Was ist diese eine Sache, die du ständig vor dir herschiebst – obwohl du tief drin weißt, dass sie dir richtig guttun würde?
→ Das Sortieren und Ausmisten von Papieren – unscheinbar, und doch ein Schritt hin zu mehr Leichtigkeit.

Wenn du wüsstest, dass du nicht scheitern kannst – welchen Traum würdest du endlich mutig verfolgen?
→ Einen Chor finden, der auf Tourneen geht – und Teil dieser musikalischen Reise werden. Oder endlich ein Buch schreiben.

Was würdest du dir wünschen, schon früher erkannt oder begonnen zu haben?
→ Vielleicht Frank früher zu begegnen – seine klare, strategische Sicht hätte mir wohl manche Last erspart und Wege gezeigt, die weniger schmerzhaft gewesen wären, wenn ich auf ihn gehört hätte.


Manchmal braucht es nicht viele Worte, sondern nur die richtigen Fragen, um uns einen Spiegel vorzuhalten. Für mich waren diese sieben ein kleiner Anstoss, bewusster hinzuschauen. Vielleicht öffnen sie auch bei Euch neue Gedankenwege. Ich freue mich, wenn ihr eure Antworten teilt.

Wenn eine Zahl mehr auslöst, als man erwartet

Gedanken und Gefühle vier Monate nach meinem 50. Geburtstag

50 werden? Kein Problem, dachte ich – Doch jetzt, fast vier Monate später, merke ich: Diese Zahl rüttelt mehr an mir, als mir lieb ist – und bringt Gedanken hervor, die mich selbst überraschen.

Im Kopf bin ich höchstens 35 – neugierig, voller Pläne, manchmal sogar ein bisschen unvernünftig. Doch mein Spiegelbild, meine Kondition und das Gefühl in meinem Körper erzählen mir eine andere Geschichte. Immer öfter ertappe ich mich dabei, wie mir bewusst wird: Ich bin nicht mehr auf dem Bergauf-, sondern auf dem Bergab-Weg. Und dieser Gedanke macht mir manchmal Angst – weil er so unwiderruflich klingt.

Und dann ist da dieses Gefühl, vielleicht etwas verpasst zu haben. Nicht, weil mir grosse Dinge gefehlt hätten, sondern eher aus einer stillen Neugier heraus, wie mein Leben wohl ausgesehen hätte, wenn ich an manchen Kreuzungen anders abgebogen wäre – zum Beispiel ohne Kinder. Meine Kinder möchte ich um nichts in der Welt missen, sie sind ein zentraler Teil meines Lebens. Aber manchmal blitzt eben dieser „Was-wäre-wenn“-Gedanke auf, bleibt einen Augenblick lang stehen – und löst sich dann wieder auf, weil das Hier und Jetzt zu wertvoll ist.

Es irritiert mich, solche Gedanken zu haben – und manchmal frage ich mich leise, ob es anderen wohl genauso geht. Vielleicht ist genau dieses Innehalten ein leiser Anstoss, das Kommende bewusster zu gestalten… ?