Verzweiflung

Heute morgen hab ich zufälligerweise Stunde des Höchsten gesehen. Die Predigt ging um Verzweiflung und sie hat mich irgendwie sehr berührt.

ein Ausschnitt davon:

desespoir

Die Verzweiflung macht es sich gemütlich bei denen, die gelähmt sind vor Angst. Bei denen, die blind sind vor Wut, Trauer, Schmerz. Bei denen, die voller Schuldgefühle und Gewissensbisse sind. Die Verzweiflung richtet es sich da gut ein, wo Menschen die Hoffnung verloren haben auf Veränderung, Besserung, Heilung, Zusammenführung, Vergebung.
 
Verzweiflung kann man die Türe öffnen, wo einer über den anderen denkt, sagt, fühlt, handelt: »Du bringst mich noch zur Verzweiflung«. »An dir kann man ja verzweifeln.«
 
Es ist egal, ob man an Gott glaubt, oder an das Universum, oder an was weiss ich – aber ich bin davon überzeugt, dass Menschen, die an etwas glauben, besser im Leben zurecht kommen. Ich glaube an Gott, und auch ich bin manchmal verzweifelt, aber es gibt mir Stärke und Kraft, auch in schwierigen Momenten durchzuhalten…
Hier könnte Ihr die ganze Predigt lesen.

Warten

Ich habe das Gefühl, dass ich immer nur warte, und das seit Jahren.

Das Universum (Gott, oder was oder wer auch immer) scheint es lustig zu finden, mich die ganze Zeit warten zu lassen…

… auf eine Antwort … auf eine Begegnung … auf eine Entscheidung … auf einen Kuss … auf eine Umarmung … auf eine sms … auf ein Telefon …

 

Waiting_for_you_by_pincel3d

 

Manchmal hab ich so genug davon, immer nur zu warten. Und an Tagen wie heute, da möcht ich am liebsten weit weg gehen, alles stehen und liegen lassen, keine Verpflichtungen haben, ausbrechen aus dem Altag.  Dieses „gefangen sein“ im Altag zerreisst mich manchmal fast. Ich möchte ausbrechen, das tun, wozu ich jetzt grad im Moment Lust habe… aber nein, ich muss warten… immer warten…

 

Haiku

040 copie

Meine Grossmamma liebte Haikus. Sie hat auch selbst welche geschrieben.

Dieser Post ist für Dich, Grosmamme ♥ R.I.P.

An die Sonne

10563257-sonnige-herbst-laub[O Sonne, Königin der Welt,
Die unser dunkles Leben erhellt;]
O Sonne, Königin der Welt,
Die unser dunkles Rund erhellt
In lichter Majestät;
Erhab’nes Wunder einer Hand,
Die jene Himmel ausgespannt
Und Sterne hingesät!

Noch heute seh‘ ich deinen Glanz,
Mir lacht in ihrem Blumenkranz
Noch heute die Natur.
Der Vögel buntgefiedert Heer
Singt morgen mir vielleicht nicht mehr
Im Wald und auf der Flur.

Ich fühle, daß ich sterblich bin,
Mein Leben welkt wie Gras dahin,
Wie ein verschmachtend Laub.
Wer weiß, wie unerwartet bald
Des Höchsten Wort an mich erschallt:
Komm wieder in den Staub!

O Sonne, Königin der Welt,
Die unser dunkles Leben erhellt;
O Sonne, Königin der Welt,
Die unser dunkles Rund erhellt
In lichter Majestät;
Erhab’nes Wunder einer Hand,
Die jene Himmel ausgespannt
Und Sterne hingesät.

 

(c) Johann Peter Uz   —>  Musikalisch von Franz Schubert

***

Das fettgedruckte finde ich extrem aussagestark. Einerseits sehr poetisch und doch so real. Wunderbar, wie dies in Worte gefasst wurde.

Manchmal denke ich darüber nach, wofür wir gewisse Dinge tun wenn wir ja sowieso sterben. Man rackert sich ab, gibt sich Mühe, hat Träume und Wünsche … aber schlussendlich muss man ja sowieso eines Tages gehen…

Bin irgendwie grad sehr melancholisch drauf… gibt mehrere Gründe dafür:

Das Warten: Ich habe das Gefühl, ich sei immer nur am Warten… auf ein Wiedersehen, auf bessere Zeiten, auf einen Job, auf schönes Wetter…

Die Sehnsucht: Ja, habe ich, extrem…

Meine Mama: es geht ihr nicht besonders gut. Ich glaube, sie hat ein wenig Depressionen, bedingt durch Stress, vorallem im Job und mit ihrer Schwester. Ich mag es nicht, wenn meine Mam schlecht drauf ist. Als ich noch Kind war, ging’s ihr immer gut (respektive, sie zeigte es nicht, wenn’s ihr schlecht ging). Seit ich erwachsen bin, hat sich das geändert. Sie sieht mich halt – Gott sei Dank einerseits – nicht mehr als Kind, vor welchem man immer gut drauf sein muss. Also bekomme ich all ihre Stimmungen mit. Aber sie ist immer noch meine Mam… und meiner Mam muss es einfach gut gehen…

Gewicht: ja, ja, das liebe Gewicht. Hmmmm…. teilweise ist es mir total egal, aber momentan nervt es mich grad enorm…

Ich versuche natürlich, Dinge mit Humor zu nehmen, mich positiv zu motivieren… aber es gelingt mir halt nicht immer. Heute eben nicht so…

 

Spätherbst

Wald-Natur-Nebel

Der graue Nebel tropft so still

Herab auf Feld und Wald und Heide,

Als ob der Himmel weinen will

In übergroßem Leide.

Die Blumen wollen nicht mehr blühn,

Die Vöglein schweigen in den Hainen,

Es starb sogar das letzte Grün,

Da mag er auch wohl weinen.

(c) Hermann Allmers   —>   HIER noch musikalisch von Brahms (das singen wir z.Z.)

***

Dieser Text passt irgendwie zum momentanen Wetter und meiner Stimmung. Man könnte meinen, es sei Herbst. Ab und zu mal einen schönen Tag (wie gestern) und dann wieder, grau, nass, kalt… langsam aber sicher schlägt’s aufs Gemüt… aber die Musik… also ich finde die Harmonien wunderschön. Melancholisch, in Moll… einfach wunderbar.

 

Kindheit

Meine Kindheit war ganz toll.

1241635939csZBhWMeine Mama war immer für meinen Bruder und mich da. Wir bekamen viel Liebe, genossen eine gute Erziehung und durften einfach Kind sein.

Mein Papa war (ist) ein Workoholic… das war auch der Hauptgrund, dass meine Mama damals – nach 18 Jahren Ehe – die Scheidung wollte. Sie war einfach immer nur allein. Aber ich konnte und kann auch heute noch auf ihn zählen, wenn’s hart auf hart kommt. Es ist kein Problem, ihn morgens um 3h anzurufen oder vorbei zu gehen, wenn ich Sorgen habe. *

Und auch als meine Eltern geschieden waren (ich war damals 12 und mein Bruder 6), durften wir weiterhin ein unbeschwertes Leben geniessen. Meine Eltern haben keinen Rosenkrieg geführt, gingen normal miteinander um. Wenn wir bei Papa waren, wurde nicht schlecht über Mama geredet, und umgekehrt sowieso nicht. Wenn wir Kinder mal keine Lust hatten, das Wochenende bei Dad zu verbringen, machte niemand Terror. Meine Eltern gingen auf uns ein und zwangen uns zu nichts.

Ich schä(t)ze es sehr, dass meine Eltern das so hingekriegt haben. Sogar als mein Dad wieder heiratete… Die zweite Frau wurde eine Freundin von Mama… Wir waren auch schon alle gemeinsam in den Ferien: Mein Dad, mit Frau und Kindern (meine Halbbrüder), meine Mama, mein Bruder, meine Kinder und ich… Meine Eltern haben auch heute noch ein gutes Verhältnis. Sie waren einfach nicht gemacht dafür, als Mann und Frau zu leben, sondern halt eher wie Bruder und Schwester. Dazu muss ich noch sagen, dass auch viel der 2. Frau meines Dad’s zu verdanken ist: Sie hat nie Stress gemacht – auch als Papa damals einmal pro Woche bei Mama (berufsbedingt) übernachtete. Sie hat sehr wohl gesehen und gefühlt, dass zwischen den beiden nichts ist und auch nie mehr sein wird.

*

Meiner Meinung nach,  hängt das ganze weitere Leben von der erlebten Kindheit ab. Soziales Verhalten, Zufriedenheit und vieles mehr.15028542-illustration-of-a-kids-on-a-train-on-white-background*

Manchmal frage ich mich, war für Erwachsene die heutigen Kinder geben werden. Wie oft sehe ich verwöhnte Gören, unanstämdige und/oder vulgär sprechende, zickige und unzufriedene, agressive und gestresste Kinder. Ich finde es erschrekend und traurig, dass die heutige Gesellschaft nicht einsieht, dass diese anti-autoritäre und lasche Erziehung nur negatif auf das bevorstehende Leben auswirkt.*

Ein Kind sollte viel Liebe bekommen und gleichzeitig Regeln haben. Bitte und Danke sagen, grüssen, nicht vorlaut und frech sein, aber trotzdem ernst genommen werden.*

Viele Kinder sind heute auf sich allein gestellte. Beide Eltern arbeiten, die Kinder werden von Krippe, über Tagesmütter zu Nachbarn “abgeschoben”… Die Frau will heute arbeiten. Muss manchmal wohl auch arbeiten, aber manchmal denke ich, dass es einfach übertrieben wird.

*

14814106-kids-on-slideAls ich mit Töchterchen schwanger war, besuchte ich einen Kurs über Geburtsvorbereitung. Wir waren 12 Frauen und davon waren zwei (eine andere Frau und ich), die nach dem Mutterschaftsurlaub NICHT wieder arbeiten gingen. Einige hatten schon Krippenplätze für das noch ungeborene Kind reserviert… Ich sagte damals in die Runde, dass ich das nicht gut fände und dass ich – wenn ich ein Kind habe – für mein Kind da sein wolle und nicht jemand anders mein Kind erziehen soll. Persönlich denke ich, dass man sich zwischen Kind und Arbeit entscheiden muss. Die meisten der Frauen im Kurs waren irgendwie völlig erstaunt, dass man in der heutigen Zeit noch so denken kann…. aber das war und ist mir egal ! Ich werde für meine Kinder da (also zuhause) sein – mindestens bis sie 15/16 sind…

Ich habe es jedenfalls sehr geschätzt, dass meine Mama zu Hause war und ich hoffe, dass auch meine beiden dadurch später fröhliche, offene, charakterstarke, soziale und sich gerne an die Kindheit erinnernde Erwachsene werden, so wie ich…

Wohin gehen wir?

tumblr_m1i5asIdJh1rr2vy6o1_500Lebe Deine Leidenschaft – Hab‘ eine Affäre   — So lautet der Slogan für eine Dating-Internetplattform und ich finde das irgendwie ziemlich krass.

Heute sind Partnerschaften eh nicht mehr das, was sie mal waren. Man gibt viel zu schnell auf, „wirft“ einen Partner viel zu schnell weg. Es gibt so viele, die die ganze Zeit – obwohl sie in einer Beziehung sind – diesen KICK brauchen, die Bestätigung, dass sie gefallen und das andere Geschlecht noch anziehen. Wenn ich da an eine Bekannte denke, die mir kurz vor ihrer Hochzeit sagte „Ach weisst Du, wenn’s nicht klappt, dann scheiden wir halt„. Sie ging schon mit dem Gedanken in die Ehe und nach knapp 2 Jahren wurde auch geschieden.

Ich hatte zwar wärend meiner Ehe auch Reibereien, aber ich lief nicht gleich beim ersten Streit davon. Wir waren immerhin 14 Jahre zusammen – was doch relativ lang ist für die heutige Zeit. Es gibt Leute, die sagen, dass Affären eine Beziehung beleben… aber irgendwie ist das doch unfair und hinterhältig. Man spielt dem Partner etwas vor, wärend man sich mit einem / einer anderen vergnügt. Ist es das Heimliche, das so anziehend ist?

Natürlich gab’s das schon immer – aber dass man jetzt via Internet den Liebhaber oder die Liebhaberin sucht? Hallo? Wie verknorkst ist eigentlich unsere Gesellschaft?

Irgendwie macht mir das Ganze Angst. Ich frage mich, wie unsere Kinder damit später umgehen? Sie sehen jetzt solche Werbungen am TV… das muss ja dann irgendwie völlig normal für sie erscheinen?

Ich habe letzhin ein Bild (Comic) gesehen, das ich leider nicht mehr finde. Aber es ging darum, dass ein Mädchen (ca 8) mit 3 Jungs (Markus, Stefan und David) spielte. Sie hatte eine Puppe auf dem Arm und sagte: „Also Markus, du nimmst die Kleine jedes 2. Wochenende und du David – als ihr Stifvater solltest dich schon etwas mehr kümmern…. “ auch wenn Stefan eigentlich der leibliche Vater ist (was aber Markus, der ExMann, nicht weiss).

Und so ist es heute schon irgendwie. Ich habe eine Bekannte, die hat zwei Kinder. Ein Mädchen aus 1. Ehe und ein Mädchen aus einer 2. Beziehung. Allerdings hat sie schon 3 Mal abgetrieben und die Mädchen haben die ganze Zeit andere Männer zu hause. Ich finde das für die Kinder nicht gerade witzig – aber so ist das heute oft.

Was denkt Ihr darüber?