Jahresrückblick

Na ja, was soll ich sagen? 2012 war ein ein Jahr der Wandlung und Erkenntnis.

Ich selbst habe mich ziemlich verändert, bin irgendwie reifer geworden, habe Dinge begriffen (oder auch nicht), gewisse Hürden bewältigt, Zweifel überwunden, mich über die Männer gewundert und festgestellt, dass eigentlich alle gleich (komisch) ticken. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber jene Männer sind entweder vergeben und/oder aber leben hunderte oder tausende von km von hier…

Wichtige Eckdaten im 2012 waren der Tod meiner Grossmutter im März, das Sommerlager der Kinder (2 Wochen ohne sie war einerseits sehr relaxend, andererseits fehlten mir die beiden enorm), der Entschluss, mir einen neuen Job zu suchen. Ja, ich muss aus meinen 4 Wänden raus und andere Leute treffen – die Decke fällt mir langsam auf den Kopf… und zu guter letzt: Hurraaaaa! Am 21.12.12 ist die Welt doch nicht unter gegangen…

Meine Vorsätze für 2013: Einen neuen Job finden, meine 20kg endlich wieder zu verlieren, gewisse Schulden abzuzahlen. Das mit dem aufhören zu rauchen lass ich jetzt mal – das klappt sowieso nicht 😛

Nun denn…

2013

Januarloch…

StGallenTagblattJanuarloch… fängt bei mir schon im Dezember an 😦

Habe eben meine Zahlungen vorbereitet… viel bleibt mir nicht und alles gezahlt ist auch nicht :(((

Das schwarze Tütchen

423355_346355428735340_159666184070933_948708_1328967983_nAls ich eines Tages, wie immer traurig, durch den Park schlenderte und mich auf einer Parkbank niederließ, um über alles nachzudenken was in meinem Leben schief läuft, setzte sich ein fröhliches kleines Mädchen zu mir. Sie spürte meine Stimmung und fragte: ” Warum bist Du traurig?”

“Ach”, sagte ich, “ich habe keine Freude im Leben. Alle sind gegen mich. Alles läuft schief. Ich habe kein Glück und ich weiß nicht wie es weitergehen soll.”

“Hmmm “, meinte das Mädchen, “wo hast Du denn Dein rosa Tütchen? Zeig es mir mal. Ich möchte da mal hineinschauen.”

“Was für ein rosa Tütchen?”, fragte ich sie verwundert. “Ich habe nur ein schwarzes Tütchen.” Wortlos reichte ich es ihr.

Vorsichtig öffnet sie mit ihren zarten kleinen Fingern den Verschluss und sah in mein schwarzes Tütchen hinein. Ich bemerkte wie sie erschrak. “Es ist ja voller Alpträume, voller Unglück und voller schlimmer Erlebnisse!”

“Was soll ich machen? Es ist eben so. Daran kann ich doch nichts ändern.”

“Hier nimm,” meinte das Mädchen und reichte mir ein rosa Tütchen. “Sieh hinein!”

Mit etwas zitternden Händen öffnete ich das rosa Tütchen und konnte sehen, dass es voll war mit Erinnerungen an schöne Momente des Lebens. Und das, obwohl das Mädchen noch jung an Menschenjahren war. “Wo ist Dein schwarzes Tütchen?” fragte ich neugierig.

“Das werfe ich jede Woche in den Müll und kümmere mich nicht weiter drum”, sagte sie. “Für mich besteht der Sinn des Lebens darin, mein rosa Tütchen im Laufe des Lebens voll zu bekommen. Da stopfe ich soviel wie möglich hinein. Und immer wenn ich Lust dazu habe oder ich beginne traurig zu werden, dann öffne ich mein rosa Tütchen und schaue hinein. Dann geht es mir sofort wieder besser. Wenn ich einmal alt bin und mein Ende droht, dann habe ich immer noch mein rosa Tütchen. Es wird voll sein bis obenhin und ich kann sagen, ja , ich hatte etwas vom Leben. Mein Leben hatte einen Sinn!”

Noch während ich verwundert über ihre Worte nachdachte gab sie mir einen Kuss auf die Wange und war verschwunden. Neben mir auf der Bank lag ein rosa Tütchen mit der Aufschrift: Für Dich!

Ich öffnete es zaghaft und warf einen Blick hinein. Es war fast leer, bis auf einen kleinen zärtlichen Kuss, den ich von einem kleinen Mädchen auf einer Parkbank erhalten hatte. Bei dem Gedanken daran musste ich schmunzeln und mir wurde warm ums Herz.

Glücklich machte ich mich auf dem Heimweg, nicht vergessend, am nächsten Papierkorb mich meines schwarzen Tütchens zu entledigen.

Wenn Du gelernt hast loszulassen, bist Du wirklich frei.

(Autor unbekannt – im Netz gefunden)

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Ich versuche eigentlich auch, mein rosa Tütchen voll zu bekommen und das schwarze zu entsorgen – immer gelingt das nicht, aber meistens 😉

022

 

Und wenn wir
die ganze Welt durchreisen,
um das Schöne zu finden:
Wir müssen es in uns tragen,
sonst finden wir es nicht.

~ Ralph Waldo Emerson ~

Pierre XV

Mich hat’s soeben etwas umgehauen… ich habe Pierre ja Anfang Dezember ein Päckchen geschickt. Darauf bekam ich aber keine Antwort – weder per Post, noch per sms, noch per Mail oder Telefon.

Nun, ich komme also um 23h nach Hause – allein, da die Kids spontan bei meinem Bruder übernachten – und siehe da, eine SMS von Pierre schneit herein. Ich glaubte mich tritt ein Elch…

Ich wünsche Dir und Deiner ganzen Familie eine gesegnete Weihnachtszeit und ein gutes und erfolgreiches neues Jahr. Auch wenn nicht alle Träume wahr werden, wünsche ich Dir viele erfüllte Träume. Danke vielmals für die feinen Gutzeli. Umarme Dich. Pierre

004Ehhh… was soll ich jetzt dazu sagen? Wahrscheinlich stelle ich mir zu viele Fragen. Aber: …. wenn nicht alle Träume wahr werden, …. betrifft das nur mich? oder auch ihn? Ich muss ehrlich gestehen: mir liefen gleich die Tränen runter. Geantwortet habe ich nicht, noch nicht. Ich werde es sicherlich tun, aber ich muss mir erst überlegen, was ich schreiben soll.

Warum wirft mich dieser Mann nur immer wieder so aus der Bahn…. ??

Traum

Soeben habe ich ein Mittagsschläfchen gehalten – was soll ich andres tun, wenn Sohnmann mit der neuen PS3 spielt und Töchterchen Musik mit der neuen Handy-Station hört… Ausserdem: es ist sonst niemand da und gestern – respektive heute morgen – bin ich erst gegen 5h morgens eingeschlafen…

Nun, ich hatte soeben einen Traum – einerseits sehr schön, doch zugleich irgendwie alptraumartig…

… mein Ex wohnte wieder bei uns und eigentlich fand ich das sehr schön. Doch dann, als in meinem Traum die Küchentür zu bruch ging, flippte mein Ex total aus. Schrie herum, stellte mich hin, als sei ich daran Schuld – dabei hatte ich gar nichts getan, die Tür ging von ganz allein kaputt… . Ich weinte, versuchte ihm zu erklären, dass ich nichts dafür kann, aber er wollte nichts hören.

Dann erwachte ich. Irgendwie war ich ganz wirr im Kopf, es schien so real… also lustig finde ich das nicht 😦

Engelszauber

Noch einen Tag, und es ist heilig Abend… Irgendwie freu ich mich auf Januar – dann ist der ganze Troubel endlich vorbei. Dieses Jahr habe ich so keine Lust und da wir auch noch bei meinem Bruder feiern (nicht dass es mich stört, dass ich – nach 12 Jahren zum 1. Mal – kein Tisch decken und Essen vorbereiten muss), komme ich einfach nicht in Stimmung. Wir werden natürlich trotzdem einen Weihnachtsbaum aufstellen – morgen dann.

Um aber Euch die Weihnachtsstimmung nicht zu verderben, möchte ich Euch hier eine kurze Weihnachtsgeschichte erzählen, die ich selbst für meine Kinder im 2009 geschrieben habe (original ist sie auf schweizerdeutsch, aber damit alle Leser sie verstehen, habe ich sie „übersetzt“) :

***

ENGELSZAUBER

 
Wesley war ein kleiner Engel, mit flauschigen Flügeln und wunderbaren Locken. Er war das Nesthäcken der Engelschar und wurde von allen geliebt. Seine verspielte und liebliche Art wurde von allen bewundert und alle hatten ihn ins Herz geschlossen.
 
 little-angelWesley fragte sich, weshalb alle ausser ihm jedes Jahr im Dezember zur Erde flogen. Warum durfte er nie mit? Dieses Jahr nahm er all seinen Mut zusammen und ging zum Christkind – dem Chef aller Engel. Etwas scheu fragte er „Darf ich diese Jahr mit zur Erde?“ – „Nun, weisst Du, was die Engel auf der Erde machen?“ er verneinte. Das Christkind erklärte dem kleinen Wesley, was Weihnachten ist. Gespannt hörte der kleine Engel zu. Als das Christkind fertig war, wollte Wesley wissen, warum denn alle Engel jedes Jahr zur Erde fliegen. Das Christkind fuhr fort „an Heilig Abend liegt ein Zauber über der Erde. Ein Engelszauber, der von allen Engeln ausgestrahlt wird. Dieser Zauber ist dazu da, die Menschen zu vereinen, das Fest der Liebe zu feiern, zusammen mit den Menschen, die sie lieben. Gemeinsam ist man stark, hat man Kraft und Mut – leider vergessen das die Menschen oft, und deshalb wird einmal im Jahr ein Engelszauber über die Erde gelegt. Die Menschen wissen das nicht, aber gespürt wird es überall. Alle Engel geben sich die Hand und strahlen durch die Verbindung  diesen Zauber aus.“ Wesley war sprachlos. Das Christkind fuhr weiter „ausserdem gibt diese Verbindung den Engeln die Kraft für ein Jahr, um als Schutzengel auf der Erde zu wirken.“
 
 Wesley fand die Vorstellung wunderbar. Er wollte auch zu diesen Engeln gehören, auch diesen Zauber ausstrahlen, auch den Menschen das Gespür vermitteln und vorallem wollte auch er ein Schutzengel werden!
 
 „Darf ich dieses Jahr mit?“ das Christkind schaute Wesley lange an. Nach längerem Überlegen nickte es und meinte „Ja, ich denke, dass du reif genug bist um dieses Jahr dabei zu sein und dann deine Aufgabe als Schutzengel meistern kannst!“ Wesley war überglücklich, bedankte sich beim Christkind und flog davon.
 
 Er konnte es kaum erwarten, an Heilig Abend mit der ganzen Engelsschar zur Erde zu fliegen um den Engelszauber auszustrahlen. Als es dann endlich soweit war, flog er aufgeregt hin und her „wann gehen wir?“ wollte er wissen. „ist es nicht langsam Zeit?“ Die anderen Engel lächelten und Steve meinte „Geduld, Wesley. Geduld. Du wirst lernen müssen, dass man als Schutzengel die Tugend der Engelsgeduld üben muss. Nicht hektisch sondern gelassen und ruhig kann man als Schutzengel wirklich etwas bewirken, den Menschen beschützen.“ Das leuchtete Wesley ein und er verhielt sich ruhig und wartete.
 
Plötzlich hörte Wesley einen wundervollen Klang. Erst leise und dann immer lauter wurde der Engelsgesang. Gloria in excelsis deo wurde erst von einem Engel, dann von einem zweiten und dritten gesungen. So ging es immer weiter, bis alle Engel sangen. Auch Wesley kannte das Lied und stimmte ein. Noch nie verspürte er eine solche Kraft, noch nie hatte er ein so starkes Zusammengehörigkeits-Gefühl. Er war verzaubert! Als dann Steve seine Hand nahm und alle zusammen zur Erde schwebten, war es um Wesley geschehen. Er schloss die Augen, liess sich von den anderen leiten und sang aus vollem Herzen „Gloria! In excelsis deo“.
 
 Als er merkte, dass sie nicht mehr schwebten, öffnete er seine Augen und sah das Schönste, was er je gesehen hatte. Ein Lichtermeer schimmerte von der Erde hinauf. Jetzt wusste er: der Engelszauber wurde ausgestrahlt!
 
Erschöpft schlief Wesley früh am Morgen auf seinem Wolkenbett ein. Es war das schönstes Erlebnis, welches er je hatte  und er freute sich auf die neue Aufgabe als Schutzengel. Am meisten aber freute er sich jetzt schon aufs nächste Jahr, wenn wieder Heilig Abend ist und wieder der Engelszauber ausgestrahlt wird.

© by boelleli, Dezember 2009