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Selbsterkenntnis – zwischen Anspruch und Zufriedenheit

Es gibt Tage, da denke ich, mein Leben ist langweilig.
Dann wieder spüre ich, dass mir das, was ich erreicht habe, eigentlich völlig genügt.

Manchmal frage ich mich, warum ich so vieles anders hätte machen sollen –
und erkenne kurz darauf, dass alles, was gelungen oder gescheitert ist, seinen Sinn hatte.

An manchen Tagen empfinde ich die Welt als ungerecht, hart, gleichgültig.
Und doch bin ich froh, dass ich „einfach“ geblieben bin – echt, nahbar, vielleicht ein bisschen „anders“, aber ich selbst.

Und es gibt Augenblicke, in denen ich mich frage, warum ich gewisse Dinge, die ich eigentlich wollte, am Ende doch nicht oder anders gemacht habe.
Vielleicht, weil mein Weg genau so sein musste, damit ich heute dort stehe, wo ich bin.
Will ich da sein? Muss ich da sein? Und was will ich eigentlich noch erreichen?
Ich weiss es im Moment nicht.

Ich lese hin und wieder in verschiedenen Blogs – einer davon beschäftigt mich immer wieder. Der Verfasser scheint viel erlebt und erreicht zu haben. Er wirkt selbstsicher, manchmal auch provokant, als wolle er mit seinen Worten eine Mauer errichten zwischen sich und der Welt. Und doch schwingt in seinen Texten etwas mit, das mich berührt – vielleicht Frustration, vielleicht auch Einsamkeit.

Manchmal tut er mir sogar leid. Ich habe das Gefühl, dass in ihm viele gute, vielleicht sogar sehr feinfühlige Seiten schlummern, die er aber auf keinen Fall zeigen will. Vielleicht aus Angst, verletzlich zu werden. Vielleicht, weil er gelernt hat, dass Stärke nur in Unabhängigkeit liegt.

Und so frage ich mich oft:
Was ist besser?
Sich egoistisch, unkonventionell, fast gefühllos, mit Ellbogen an die Spitze zu kämpfen – ein Leben „in Saus und Braus“ zu führen –
oder den gesellschaftlichen Erwartungen zu entsprechen, sich durchzukämpfen und ein einfaches, bescheidenes Leben zu leben?
Kann man sich das überhaupt aussuchen?
Denn je nach Lebensumständen, Herkunft, Verantwortung oder schlichtem Zufall ist der Spielraum manchmal sehr klein –
und Entscheidungen sind oft weniger frei, als man sich das wünschen würde.

Vielleicht gibt es darauf keine Antwort. Vielleicht ist Frustration einfach ein stiller Begleiter jedes Lebensweges – egal, welchen wir wählen.
Und Selbsterkenntnis bedeutet vielleicht, zu erkennen, dass kein Weg vollkommen ist.
Dass Glück kein Dauerzustand ist, sondern in kurzen Augenblicken aufleuchtet – besonders dann, wenn wir aufhören, uns zu vergleichen, und beginnen, uns selbst mit allem Licht und Schatten zu akzeptieren.

Und falls sich jemand in diesen Zeilen wiedererkennt – ja, das ist möglich. Doch ich schreibe bewusst nicht, um wen es sich handelt. Es geht mir nicht um diese Person im Speziellen, sondern um das, was das Lesen der Gedanken eines anderen Menschen in einem selbst auslösen kann.

Psychische Krankheiten IV

Dass mein Bruder sich inzwischen mit dem Gedanken nach Annecy gebracht zu werden, auseinander gesetzt hat und es schlussendlich akzeptierte, war doch eine Erleichterung. Wir sind also Freitag Nachmittag zu ihm ins Krankenhaus gefahren, um ihm ein paar Sachen wie Ladegerät, Brille, Kleider, etc zu bringen.

Als wir gegen viertel vor drei bei ihm waren, kam er aus dem Zimmer und wir haben zusammen die Sachen die wir mitgebracht haben durchgesehen und die Tasche für den Transfer gepackt. Dann sind wir gemeinsam nach unten in die Cafeteria gegangen. Wir blieben eine gute Stunde da. Haben ein bisschen geredet. Einmal hat Bruderherz geweint und wir konnten ihn aber schnell beruhigen und im versichern, dass alles wieder gut werden wird.

Als wir wieder nach oben gingen, kam der Pfleger und meinte, er hätte gute Nachrichten. Soeben hätte er den Bescheid bekommen, dass der Transport nach Annecy morgen (also Samstag) um 12h30 statt findet. Mein Bruder sagte, er sei froh, dass es erst morgen und nicht noch heute abend sei ; und auch Mama und ich waren erleichtert, dass es so organisiert wurde. Dann haben wir und versabschiedet.

Samstag morgen gegen halb zehn kam eine Nachricht von meinem Bruder : Guten Morgen, alles gut ?

🐘: Ja, alles gut, und bei dir?
F : Es geht habe nightmare gemacht
🐘: Ohje, aber jetzt geht’s etwas besser?
F : Ja es geht
🐘: das ist gut – Es wird alles wieder gut werden ❤️
F : Hoffentlich
🐘: Ganz sicher
🐘: Das Wichtigste ist, dass du dich jetzt plegen lässt und wieder ganz stabil wirst.
F : Ja
🐘: Du bist wichtig ! Und du schaffst das ! Und du bist nicht allein !
Mama und ich sind IMMER für dich da und wollen nur das Beste für dich und dass es dir gut geht ❤️
F : Merci
🐘: ❤️

Ich fand es gut, dass er mir geschrieben habt. Es zeigt, dass er wieder langsam zu sich kommt. Kurz nach Mittag hat er dann geschrieben, dass er jetzt nach Annecy los fahre (also die Ambulanz ihn fährt). Ich wünschte ihm gute Fahrt und betonte nochmal „Vergiss nicht : alles wird gut und kommt wieder in Ordnung“ worauf er „Merci“ antwortete.

Der Nachmittag verlief dann ruhig und abends hatte wir ja Konzert. Ich machte noch die letzte Vorbereitungen und war dann um 16h30 in der Kirche. Kurz vor 17h schrieb ich meinem Bruder :

🐘: Coucou, denke, du bist gut angekommen ☺️ ? worauf er erst kurz nach 19h antwortete :
F : Ja, schon gegessen und im Bett. Und du?
🐘: Super 👌🏻 freut mich, das zu lesen. Bei mir auch alles gut, in 1 Std haben wir Konzert 🥰
F: Dann gutes Konzert
🐘: ☺️ merci 😘 Schönen Abend und später gute Nacht 😘💫💕
F : Merci
🐘 : 💕

Ich war wirklich erleichtert und konnte mich nun richtig aufs Konzert um 20h freuen. Darüber in einem anderen Post mehr.

Sonntag morgen, kurz vor 11h :

F : Heute kommen M. (sein Sohn, mein Neffe) und V. (seine Frau, meine Schwägerin)
🐘: Ja, freust du dich ?
F : Ja, ich freue mich
🐘: Das ist gut – vorallem auch für M.
F : Ja
🐘: So kannst du auch M. erklären, dass du jetzt im Krankenhaus gesund werden wirst, um bald wieder nach hause zu kommen. ☺️🙌🏻

Darauf hat er dann nicht geantwortet – womöglich hat ihn das ein wenig gestresst. Ich hab dann einen Zitronen-Cake gemacht für den anschliessenden Gottesdienst um 17h. Und als ich dann später wieder zu hause war, wollte ich mich doch irgendwie vergewisseren, dass alles ok ist. Vorallem auch in Anbetracht auf die Naivität und Dummheit meiner Schwägerin… Also schrieb ich Bruderherz noch kurz vor 22h :


🐘: Coucou, wie war der Besuch von M. und V. ?
F : Ja gut, ich habe mich gefreut
🐘: Oh super 🥰 – freut mich, das zu lesen.
🐘: Dann wünsche ich dir jetzt eine gute Nacht 💫😘💕
F : 💞 Gute Nacht

Dann hab ich noch eine wenig fern gesehen und bin um 23h ins Bett. Ich war doch ziemlich erschöpft. Die letzten 10 Tage und der (positive) Stress fürs Konzert sind dafür gewiss verantwortlich.
Ich bin also schnell ein- und hab bis kurz vor 6h morgens durchgeschlafen.
Seit kurz vor 8h bin ich im Büro und eigentlich ziemlich motiviert und positiv.

[09:14] F : Coucou ça va ?
🐘: Coucou, oui ça va – und du ?
F : Es geht, fühle mich allein
🐘: Ja, das verstehe ich. Aber du bist nicht allein. Du kannst mir immer schreiben und ich werde immer da sein.
F : Merci
🐘: Wie war deine Nacht ? Bist du allein im Zimmer ?
F : Ja, glücklicherweise
🐘: Ja, das ist gut. Ich bin auch lieber allein. Man weiss nie, wie der andere ist 😀
F : Ja, das stimmt.
🐘: Ich wünsche dir einen guten Morgen 🙌🏻😘 – und zögere nicht, mir zu schreiben, wann immer du willst ❤️

Seither habe ich nichts mehr von ihm gehört. Aber ich denke, dass er beschäftigt ist. Normalerweise haben solche Patienten irgendwelche Aktivitäten – was ich sehr gut finde.

To be continued…

Psychische Krankheiten I

💩

Psychische Krankheiten sind einfach so unberechenbar… Man weiss nie recht, woran man ist und je nach Diagnose ist es als Angehöriger sehr schwierig damit umzugehen.

Mein Bruder wurde mit 19 bipolar diagnostiziert. Er hatte damals eine grosse Identitätskriese, ist aus einem Lager – in welchem er als Hilfsleiter dabei war – mitten in der Nacht abgehauen, weil er dachte, dass Leute aus Polen kämen und die Kinder entführen. Er ist dann von einer Alp 4 Std zu Fuss ins Tal gelaufen und hat sich jedes Mal hinter einem Busch oder Baum versteckt, wenn ein Auto kam. Morgens um 4h klingelte er bei wildfremden Menschen und diese haben dann die Polizei gerufen. Da fühlte sich mein Bruder dann sicher und wir wurden morgens um 5h angerufen. Damit hat alles angefangen…

Seither hat er Medikamente und das grosse Problem bei Menschen mit dieser Krankheit ist, dass sie „Hochs“ und „Tiefs“ haben. In der Hochphase denken sie, sie seien zu allem fähig, kaufen 5 PC’s weil’s grad im Angebot ist und glauben, innert 5 Minuten mit dem Auto 50km fahren zu können. Sind sie in der Tiefphase, dann benehmen sie sich oft wie ein Kleinkind, fragen z.B. ob sie zu Bett gehen dürfen wenn sie müde sind, oder ob sie sich hinsetzen können. Es ist manchmal wirklich nicht einfach, damit umzugehen. Und wenn sie durch die Medikamente dann endlich stablilisert sind, denken sie „es geht mir ja gut, ich brauch die Medikamente nicht mehr“ und dann fängt das ganze von vorne an…

Trotz der Diagnose und ärztlichem Rat, sich bei der IV anzumelden (Invalidenversicherung), hat mein Bruder sich wehement dagegen gewehrt und seine Lehre abgschlossen und später noch die Ausbildung zum Autofahrlehrer gemacht.

Mein Bruder ist heute 43 und letzte Mittwoch war er etwas komisch. Als ich ihn am Donnerstag wieder traf – bei Mama zu hause, abends – haben wir zusammen gegessen. Plötzlich sagte er „ich bin an allem schuld ! Ich bin tot – wir alle sind tot“. Wir haben ihm dann versichert, dass wir ja nicht reden könnten oder aufstehen, wenn wir tot wären. Aber er glaubte es uns nicht wirklich. Dann sagte er plötzlich, wir hätten Holz und Schrauben gegessen. Darauf entgegnete ich – sehr ruhig – dass man das nicht esse und er sah mich etwas verwundert an. Dann meinte er „Aber Vögel. Vögel essen wir“. Das bejahte ich, indem ich im erklärte, dass wir manchmal Hähnchen essen. Und ein Huhn ja ein Vogel ist. Darauf schaute er wieder Mama an, und fing an, Schnappatmungen zu machen und sagte „Du hast Holz gegessen. Ich habe das alles konstruiert. Ich bin schuld, wir sind alle tot“ … Seine Stimme wurde lauter und seine Augen gefürchig; die Pupillen waren sehr gross und er sagte immer wieder, dass wir alle tot sind.

Wir konnten ihn dann wieder aus dem Delirium zurück holen. Als er sich etwas beruhigt hatte, meinte er „Ich glaub, ich brauche Hilfe„. Wir bestätigten das und schlugen ihm vor, in die psychiatrische Notaufnahme zu fahren – damit war er einverstanden.

Mama hat also angefangen, ein paar Sachen zusammen zu suchen und ich wollte auf den Balkon um eine Zigarette zu rauchen. Das hätt ich besser nicht getan, weil die etwas kühle Luft löste bei meinem Bruder eine Art Panik-Attacke aus. Er fing an zu schreien „es ist kalt, es ist kalt, es ist kalt“… immer lauter, bis er so laut schrie, dass schlussendlich 3 Nachbarn vom Wohnblock kamen. Ich sagte Mama, dass sie jetzt sofort den Notarzt rufen müsse. Wir können das nicht mehr allein. Wir haben die Kompetenz dafür nicht. Also wählte Mama die 144 und erklärte, was los war. Der Notarzt hörte meinen Bruder schreien und meinte, sie seien unterwegs – in max. 15 Minuten seien sie da.

Mama ging zur Tür, um mit den Nachbarn zu reden und ich versuchte, meinen Bruder zu beruhigen indem ich ihm meine Hand auf seine Brust legte (wir standen) und ihm immer wieder sagte „Alles ist gut, ich hab dich lieb, ich bin da“. Gleichzeitig zog ich ihn sanft mit mir, um ins Zimmer zu gelangen. Er kam zögernd mit, hörte mit der Zeit auf zu schreien und ich brachte es fertig, dass er sich aufs Bett setzte. Ich setzte mich neben ihn und sagte immer wieder, dass ich ihn lieb habe, dass ich ihm helfe, dass ich ihn nicht anlüge, dass er mir vertrauen kann. Er starrte mich an, die Pupillen waren extrem geöffnet, es machte mir Angst, denn der Blick war ziemlich agressiv. Aber ich liess mich (äusserlich) nicht aus der Ruhe bringen und sagte weiterhin, dass alles gut ist, ich da sei, ich ihn lieb habe, er mir vertrauen kann und ich ihn nicht anlüge.

Indem ich das fortwärend wiederholte, beruhigte er sich allmählich und legte sich plötzlich schlagartig hin. Man hätte meinen können, er sei ins Koma gefallen. Die Augen waren zu. So blieb er etwa 2 Minuten liegen. Meine Beine schlotterten und ich blieb neben dem Bett stehen. Plötzlich schlug er die Augen auf, sah mich – wieder mit diesem furchteinflössenden Blick – an und begann, den Kopf hin- und her zu werfen. Ich versuchte ihn wieder zu beruhigen, was mir auch gelang. Er setzte sich wieder hin, sah mich an und sein Blick wurde etwas sanfter. Ich wiederholte, dass alles gut sei, dass nichts passiere, dass er mir vertrauen könne, dass ich ihn liebe. Dabei hielt ich seine Hände und er liess es geschehen und beruhigte sich.

Dann kam der Notarzt und mein Bruder ging ohne Probleme mit. Ich redete noch kurz mit dem Arzt, erklärte, wie alles abgelaufen ist. Mama ging noch mit runter und kam 5 Minuten später wieder hoch. Mein Bruder wurde in die psychiatrische Notaufnahme nach Y. gebracht.

Mama und ich sassen am Tisch und wir machten uns einen Kamillentee. Innerlich waren wir beide doch ziemlich aufgewühlt und auch wenn ich äusserlich sehr ruhig gewirkt habe, war ich innerlich sehr nervös. Als ich dann nach gut einer Stunde nach hause gefahren bin, musste ich wärend der Fahrt tief atmen – durch die Nase ein und den Mund aus. Und mir war total schlecht. Tja, der Adrenalin-Spiegel war gesunken und die Anspannung weg – jetzt konnte ich mich gehen lassen, weil ich wusste, dass ich jetzt nicht mehr stark sein musste für die Situation.

Seit Donnerstag Abend ist also mein Bruder auf der Psychiatrischen… er hat den Ärzten gesagt, er wolle nicht, dass seine Frau oder wir über seinen Zustand informiert werden. Das ist zwar schwierig, aber wir müssen das akzeptieren. Wir wissen, dass er dort in guten Händen ist und ich bete dafür, dass ihm geholfen wird und dass er wieder gesund wird. Bipolar wird er immer bleiben – das Wichtige ist, dass er regelmässig seine Medikamente nimmt, wenn er wieder stabil ist.

Sein Sohn – mein 5-jähriger Neffe – hängt sehr an seinem Papa. Und er ist ein guter Papa. Und er wird es schaffen !

Augenblick der Erinnerung

Manchmal ist es nur ein Augenblick,
ein kurzer Moment,
in dem wir wahre Liebe erfahren dürfen.
Halte diesen Moment fest,
speichere ihn in deinem Kopf ab.
Es kann tröstend sein,
den Gedanken an den Moment hervor zu holen.
Sei dankbar für den gelebten Augenblick
halte ihn fest und sei glücklich,
dass du die Fähigkeit der Erinnerung besitzt.

(c) boelleli 2013

Was ist Liebe ?

Was ist wirkliche Liebe ? Ein Gefühl, dass man gar nicht wirklich beschreiben kann. Man spürt es einfach. Und wenn man wirklich liebt, dann akzeptiert man auch vieles. Aber sollte man das ? Eigentlich – wenn die richtige Liebe auf Gegenseitigkeit beruht – sollte alles harmonisch verlaufen und keiner müsste irgendwelche Konzessionen machen. Aber wann weiss man, dass es sich wirklich um LIEBE und nicht nur um körperliches Verlangen handelt ?

Wie sollte eine Partnerschaft aussehen ? „Jemand“ meint, dass wir schon als Kind dazu erzogen werden, wie eine Partnerschaft laufen sollte. Es gibt Schema A, B, C, …. und jeder lebt sozusagen nach einem solchen in einer Beziehung. Wie seht Ihr das ?

Eigentlich bin ich ziemlich damit einverstanden. Wir leben ja in dieser einen Gesellschaft, die heute grösstenteils von Mainstream-Medien und Gruppenzwang existiert. Und irgendwie müssen wir damit zurechtkommen – auch wenn uns die Gesellschaft eigentlich nicht passt. Wir sind in einem System, der Matrix, und es ist sehr schwierig, wenn man sich nicht „fügt“, darin zu überleben – vorallem wenn man sich weder manipulieren lässt, noch mit dem Strom schwimmt.

Oft gilt man als Aussenseiter oder wird von den anderen nicht wirklich wahrgenommen, wenn man nicht in die gleiche Richtung schaut. Ich habe das mehrfach erlebt wärend Corona… aber auch in meinem Job bei Team-Building Tagen. Da gab’s mal Fragen, die man mit JA oder NEIN beantworten sollte. Man musste also auf die rechte (ja) oder linke (nein) Seite stehen und danach wurde einer gefragt, warum er JA oder NEIN sagt/denkt.
Bei einer Frage war ich allein auf weiter Flur mit NEIN. Auf die Frage „warum“ habe ich geantwortet und danach (also als diese „Übung“ fertig war) kam jemand auf mich zu der JA gesagt hatte und meinte „Danke, dass Du Stand gehalten hast“ … Hallo !!? Also dieser jemand war eigentlich meiner Meinung, traute sich aber nicht, das auch öffentlich und offiziell zu bekunden und dazu zu stehen… und von diesen JEMANDS gibt es massenhaft…

Es ist nicht immer leicht, wenn man anders ist – aber ich bin trotzdem froh, dass ich so bin wie ich bin…

Entschädigung

Ich habe Teile von mir geteilt, von denen ich nie gedacht hätte, dass ich sie geben würde.

Mein Herz trug die Stigmata von Liebesgaben, während ich vor Kälte zitterte, als ich unbegrenzte Wärme anbot.

Ich kultivierte die Gelassenheit in ihren Seelen, obwohl meine eigene auf dem Gipfel von Angst und Sorge stand.

Ich habe für sie die Wege der Liebe geebnet, während ich mich auf meinem eigenen verlor.

In jedem Moment opferte ich etwas Schönes und glaubte an das Versprechen, dass all das Schöne, das anderen geschenkt wurde, eines Tages zurückkehren würde.

Ich entschuldigte mich ständig bei mir selbst für die Hässlichkeit der Welt, für jedes Unglück, dem ich begegnete, und jede Entbehrung, die ich ertrug.

Ich versuchte mit aller Kraft, alles zu geben, was mir das Leben vorenthalten hatte.

Ich empfand Glück, wenn ich ihr Lächeln sah, und Stolz, wenn ich erkannte, dass ich Dinge erreicht hatte, die auch nach meinem Weggang Bestand haben würden.

Ich habe mein Herz auf dieser Erde vollständig entleert und bin über meine Fähigkeiten hinausgegangen, einfach weil ich die Bitterkeit verstand, wenn man sich von allem beraubt fühlt.

Jetzt empfinde ich Freude an neuen Erfahrungen, als ob Gott mich für lang ersehnte Wünsche entschädigt und mich nach Jahren der Prüfungen ihre Süße genießen lässt.

Unbekannt.

Original Französisch :

J’ai partagé des morceaux de moi que je n’aurais jamais imaginé donner.
Mon cœur portait les stigmates de dons d’amour, tandis que je tremblais de froid en offrant une chaleur illimitée.
J’ai cultivé la sérénité dans leurs âmes, bien que la mienne soit au sommet de la peur et de l’inquiétude.
J’ai tracé les chemins de l’amour pour eux, alors que je me perdais sur le mien.
À chaque instant, je sacrifiais quelque chose de beau, croyant en la promesse que toutes les beautés données aux autres reviendraient un jour.
Je m’excusais constamment envers moi-même pour la laideur du monde, pour chaque malheur rencontré et chaque privation endurée.
J’ai essayé de donner tout ce que la vie m’avait refusé, avec une force totale.
J’éprouvais du bonheur en voyant leurs sourires, et une fierté en réalisant que j’avais accompli des choses qui perdureraient même après mon départ.
J’ai vidé entièrement mon cœur sur cette terre, allant au-delà de mes capacités, simplement parce que je comprenais l’amertume de se sentir dépourvu de tout.
Maintenant, je ressens une joie dans des expériences inédites, comme si Dieu me compensait pour des souhaits longtemps désirés, me faisant savourer leur douceur après des années d’épreuves.

Inconnu.

Zusammen im Chalet…

Letzten Donnerstag, 30.11.23, habe ich Pierre folgende kurze Nachricht geschickt :

boelleli 🐘: Eine ganze Woche… wann das?… kann mich nicht erinnern…
wär schön… wann in echt…?
Ich würde alles darum geben, dich täglich zu küssen und so…
Pierre : …na ja halt in den Gedanken, eine Woche in einem warmen Chalet…
boelleli 🐘: Ich würde so gern eine ganze Woche mit dir verbringen… und in einem Chalet noch um so mehr… nur du und ich
Pierre : …ja, das wär schön… und weil‘s noch nicht sein kann, träume ich davon…. ohne Druck, nur du und ich… 😉
boelleli 🐘: Noch nicht heisst in diesem Fall also nicht nie… wenn dieser Tag kommt, dann geht mein langjähriger Traum in Erfüllung… hoffentlich geht’s nicht mehr zu lang…

Klappt das mit em.13. … 🙏🏻…. ?

Darauf meinte er dann, dass es ab 14h möglich sein sollte und er mir aber noch Bescheid gebe. Und dann wurde die Konversation in eine andere – hier zensierte – Richtung geleitet, bis plötzlich keine Antwort mehr kam. Nach 15 Minuten Funkstille schrieb ich ihm dann :

… und jetzt bist du wohl eingeschlafen…
Ja, macht nichts… ist kein Problem.
Ich wünsche dir eine gute Nacht… und ich träume noch ein wenig von dir… und vielleicht schickst du mir ja morgen wenn du aufstehst kurz eine Nachricht 💕
Je t’aime

Es kam aber nichts und gestern abend schickte ich ihm eine kurze Nachricht bevor ich zu Bett ging “ Ich geh‘ jetzt zu Bett und stell mir vor, du bist hier und ich kuschle mit dir… „. Als ich heute morgen erwachte, hatte er um halb eins Uhr morgens geschrieben „… uuuuuh…More, I need sweet satisfaction…“

[04:03, 05.12.2023] boelleli 🐘: … und ich erst… wenn ich könnte, würde ich dich jetzt sanft wecken…. 👄
[05:31, 05.12.2023] boelleli 🐘: Guten Morge…
[11:06, 05.12.2023] Pierre: …ohne Sorgen? Doch mit aber nur gesundheitliche… ich mach eine Bettpause… geniesse die Sonne…
[11:20, 05.12.2023] boelleli 🐘: Ja nein, was denn ? Bettpause ? Wie geht die… 😋 ? Musst du da allein bleiben, oder darf ich auch kommen ?
[12:21, 05.12.2023] boelleli 🐘: Also ich kann ganz gut pflegen… wenn du willst, mache ich das sehr gern, damit du schnell wieder gesund wirst 💕🙌🏻😏

Mal sehen, wann und ob etwas zurück kommt…

Ob es diesmal wohl klappt ?

Letzten Samstag habe ich Pierre eine Collage mit Fotos geschickt und gefragt, was ich anziehen soll, wenn wir uns treffen.

Darauf kam etwas mehr als 2 Stunden später folgende Antwort :

Darauf antwortete ich, dass ich zwar keinen Pelzmantel habe, aber etwas anderes wohl den gleichen Effekt erzeugen könnte. Und dann fragte ich ihn, wann wir uns sehen.

Ich habe ihm dann bestätigt, dass ich den 13.12. notiert habe und er versicherte mir, dass er mich informiert, sobald er konkret weiss, wo genau.

Nun warte ich also… ob es diesmal wohl klappt ? Er ist ja Champion um in letzter Minute abzusagen. Irgendwie glaube ich es erst, wenn er wirklich vor mir steht…

… to be continued

Müssen tut man gar nichts (ausser sterben)…

Oft bekomme ich zu hören oder lese ich „du musst…“ – NEIN ! Müssen tut man gar nichts (ausser sterben) …

Ein Freund sagt mir, man „müsse“ nicht, aber es alternativlos als einzig sinnvoll erachten, dies oder jenes zu tun oder zu unterlassen. Aber das ist nicht immer einfach.

Wenn gefühlsmässig grad alles drunter und drüber geht, immer wieder die selben Gedanken kommen und man mir dann sagt „du musst halt loslassen“, „du musst dich andersweitig umsehen“, „du musst dich beschäftigen“, etc ist das vielleicht gut gemeint, aber es bringt mir nicht sehr viel… Es ist nicht easy – jedenfalls für mich nicht – einfach zur Tagesordnung über zu gehen.

Natürlich beschäftige ich mich und versuche, mich abzulenken : lesen (ich habe mir das Buch MÄNNER SIND VOM MARS, FRAUEN VON DER VENUS gekauft; sehr aufschlussreich und interssant), schreibe hier im Blog oder für mich, arbeite (keine wirkliche Wahl), Musik (singen im Chor, hören/sehen auf Youtube, im Auto), TV (irgendwelche doofen Soaps), obgenanntem Freund schreiben (der immer versucht, mich dazu zu bewegen, einen Millionär zu finden :-D, mir aber auch sehr hilft, wenn ich grad mal wieder ein Down habe), Freundinnen/Bekannte treffen, usw. Aber die Gedanken und Gefühle kommen halt immer wieder…

Manche sagen, ich übertreibe und können sich überhaupt nicht vorstellen, wieso ich „so drauf“ bin. Wieso ich mich so „verbeisse“, mich selbst so“quäle“. Aber ich mach das nicht extra. Es kommt einfach über mich. Dieses Gefühl, diese Gedanken sind nicht erfunden oder erträumt – die sind echt. Und diese Warterei die ganze Zeit macht mich wahnsinnig. Pierre nicht zu schreiben erfordert enorme Selbstbeherrschung. Ja, er wird sich dann schon melden, wenn er soweit ist. Ok – aber inzwischen „muss“ ich Wochen oder Monate (?) warten… Nein ! werden einige sagen. Vergiss ihn einfach ! werden andere mir raten. Lass los ! kommt von den nächsten und Schau‘ dich andersweitig um ! meinen die letzten.

Sorry, aber das geht einfach nicht… Oder findet Ihr es normal, jemanden zu küssen und dabei an jemand anderen zu denken ? Ja, das ist mir schon passiert… leider… und ich kann Euch sagen, dass ist weder angenehm, noch respektvoll der anderen Person gegenüber ist.

Also: falls Ihr irgendwelche – noch nicht genannte – Tipps für mich habt : Her damit !