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Was das Herz nicht kann, obwohl der Kopf es weiss

Ich habe immer wieder Gespräche mit Frank über die Situation mit Sohnemann – seine Pläne, meine Erschöpfung, der ewige Balanceakt zwischen Unterstützung und Loslassen.

Frank stellt Fragen oder macht Aussagen, die weh tun. Nicht weil sie falsch sind, sondern weil sie teils klar aufzeigen, was eigentlich nötig wäre – teils aber auch unrealistisch sind. Denn Frank lebt weder in der Schweiz noch hat er eigene Kinder.

Ja, ich weiss, dass es Grenzen braucht. Ja, ich weiss, dass es auf Dauer nicht tragbar ist, Verantwortung für jemanden zu übernehmen, der sie selbst (noch) nicht trägt. Und ja, ich weiss, dass es keine Raketenwissenschaft ist, einen Termin beim Psychologen zu vereinbaren, einen Antrag auf Unterstützung zu stellen oder Fahrstunden zu organisieren.

Aber das grosse Problem ist: Sohnemann ist volljährig – ich kann keine Entscheidungen über seinen Kopf hinweg treffen. Ich kann ihm nicht einfach einen Termin beim Psychologen organisieren, wenn er dem nicht zustimmt. Genauso wenig kann ich ihn an der Hand nehmen und ins Temporärbüro oder zum Arbeitsamt schleppen. Ich kann ihn nur begleiten, erinnern, motivieren – aber den ersten Schritt muss er selbst gehen.

… und genau hier liegt der Knackpunkt: Wissen (Theorie) ist das eine – Können (Praxis) das andere.

Theorie und Praxis sind oft zwei Paar Schuhe. In der Theorie ist es einfach zu sagen: „Stell ihm ein Ultimatum!“ In der Praxis schaut man in müde Augen und fühlt – vor allem als Mutter –, dass er sich geniert, sich unwohl fühlt, sich selbst kaum erträgt und diese „Ich schaff das grad nicht“–Haltung da ist – und merkt, dass man selbst auch kaum noch Kraft hat, um die eigenen Termine wahrzunehmen.

Dazu kommt die finanzielle Realität: Es ist schlicht enorm herausfordernd, wenn man nicht mindestens 6’000 oder 7’000 Franken im Monat verdient – und gleichzeitig noch Schulden abzahlen sollte. Ich habe die Gesetze in der Schweiz nicht gemacht, aber sie verpflichten mich als Mutter, bis zum 25. Lebensjahr für meine Kinder aufzukommen – solange sie keine abgeschlossene Ausbildung haben, keiner Erwerbstätigkeit nachgehen oder noch nicht seit mindestens zwei Jahren finanziell unabhängig sind.

Bei meiner Tochter bedeutete das konkret: Sie musste erst nachweisen, dass sie seit zwei Jahren kaum oder gar nicht mehr von mir unterstützt wird, bevor sie überhaupt Sozialhilfe beantragen konnte – die sie nun auch erhält.

Bei Sohnemann sieht das anders aus. Er erfüllt diese Bedingungen nicht – er kann weder Sozialhilfe beantragen noch Arbeitslosengeld erhalten, denn dafür müsste er mindestens ein Jahr gearbeitet haben.

All das bleibt also – ob ich will oder kann – erst einmal an mir hängen.

Und beim Kindsvater gibt’s nichts zu holen. Der ist selbst teils vom Sozialamt abhängig – und hat sich noch nie wirklich gekümmert.

Ich verstehe Franks Standpunkt. Wirklich. Aber was Frank dabei womöglich vergisst und deswegen einiges nicht ganz nachvollziehen kann: Sohnemann ist nicht einfach ein Mitbewohner, dem man kündigt, wenn er sich nicht an Regeln hält. Er ist mein Kind. Und so wütend, erschöpft oder enttäuscht ich manchmal bin – ihn „auf die Strasse zu stellen“ ist eine Grenze, die ich nicht überschreiten kann, geschweige denn will. Elternschaft endet nicht mit der Volljährigkeit. Und Liebe lässt sich nicht rationieren.

1. August

🇨🇭🇨🇭🇨🇭

Töchterche liest heut Abend bei der offiziellen Feier hier den Pact (Bundesbrief) von 1291 🇨🇭

Sie wurde vor etwa 1 Woche vom Gemeinderat unserer Stadt angefragt, ob sie es – als Präsidentin der Jeunesse (die sie 2018 gegründet hat) lesen würde.

Gestern hat sie es mir geschickt, damit ich es ausdrucke. Sie hat beschlossen, eine Einführung und ein Schlusswort zu machen. Was soll ich sagen ? Es ist einfach nur super und ich bin mächtig stolz auf sie 🥰

Und wenn wir dann die Hymne singen, werde ich wohl – wie jedes Mal – wieder Tränen haben. Ich vermisse meine Schweiz sehr !

Wir müssen unsere Werte wieder mehr vertreten und ausleben und nie vergessen :

Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern,
In keiner Not uns trennen und Gefahr.
Wir wollen frei sein, wie die Väter waren,
Eher den Tod, als in der Knechtschaft leben.
Wir wollen trauen auf den höchsten Gott
und uns nicht Fürchten vor der Macht der Menschen.


Friedrich Schiller

Es reicht endgültig!

***

Ich habe via WhatsApp folgende Nachricht bekommen und würde das sofort unterschreiben !

  1. Juli 2025

An den Gesamtbundes(ver)rat:

„Ihr habt euer Mandat verraten – wir kündigen den Gehorsam!“ Es reicht!

Guten Tag, Damen und Herren Bundesrätinnen und Bundesräte
Guten Tag, Frau Bundespräsidentin

Zu Ihrer Information: WIR MACHEN NICHT MEHR MIT! Weder bei den IGV, der E-ID noch beim Unterwerfungsvertrag der EU. Kein Mitspielen mehr bei Planspielen, Notlagen oder Simulationen. Keine Akzeptanz mehr für Massnahmen ohne Verfassungsgrundlage. Kein Gehorsam mehr gegenüber Verrat am Eid.

Sie reGIERen im Bundeshüttli, als ob es keinen Souverän und kein Parlament gäbe. Das Parlament verweigert, so wie es aussieht, schon seit längerem die Arbeit. Wofür bezahlen wir diese Arbeitsverweigerer eigentlich noch so fürstlich?

Beim Bundesverrat sieht es anders aus. Anscheinend sind Sie ausser Rand und Band und kutschieren im Bundeshüttli, als ob es kein Morgen gäbe.

Kein Opting-Out bei den IGV der WHO, durchpauken des EU-Unterwerfungsvertrages und dann auch noch die Zwängerei bei der E-ID.

Frau Baume-Schneider: Sie werfen dem Parlament die IGV am letzten Sessionstag vor die Füsse. Da, wie oben erwähnt, das Parlament die Arbeit eh verweigert, wird sich kein einziger Nationalrat die Ferien wegen der IGV vermiesen lassen. Gutes Timing, Frau Bundesverräterin.
Wenn Sie glauben, dass Sie nochmals auf Anordnung der WHO eine «Plandemie» durchziehen können, haben Sie sich bös verrechnet. Seit dem 19. Juli 2025 hat der Bundesverrat für uns ausgespielt. Wir leben ganz gut ohne Befehle unserer Bundeskasperli!

Herr Cassis, dass Sie verlauten lassen, von Ihnen höre man nie «Switzerland first», ist bezeichnend. Als eingebürgerter Papierlischweizer interessiert Sie die Schweizer Neutralität und Souveränität einen Dreck! Mit diesen EU-Unterwerfungsverträgen sind Sie fein raus. Sie müssen nichts mehr selbst entscheiden! Frau von der Leyen gibt den Kurs vor uns Sie müssen nur noch ausführen. Unsere Urahnen haben geschworen: Keine fremden Vögte in der Schweiz. Genau diese holen Sie mit diesem unseligen EU-Vertrag wieder in die Schweiz. Nicht mit uns!

Herr Jans, Sie sollten erst einmal Ihren Asyl-Saustall aufräumen, bevor Sie grossartig verkünden, der EU-Unterwerfungsvertrag sei «wie ein Rütlischwur». Das ist Blasphemie! Der Rütlischwur hat mit diesem Knebelvertrag überhaupt nichts gemeinsam. Lesen Sie einmal den Bundesbrief, vielleicht geht Ihnen dann ein Licht auf!
Dann die E-ID. 2021 hat das Volk die E-ID mit grosser Mehrheit (64,4%) abgelehnt. Was soll also diese Zwängerei? Wenn man Widerspruch gegen die Organtransplantation einlegen will, braucht man zwingend diese E-ID. Was ist mit denen, die diese verweigern? Werden die dann automatisch zu Organspendern? Ohne E-ID wird man aus der Gesellschaft ausgeschlossen (kein Internet etc.), genau wie während der «Plandemie» mit dem Zertifikat. Ist das der Plan?
Fachkräftemangel! Wo sind bei den Tausenden, die in die Schweiz «einwandern», die Fachkräfte? Nirgends, es sind zum grossen Teil Menschen, die unser Sozialsystem aushöhlen, die Krankenkassenprämien in die Höhe treiben und die Mietzinsen unerschwinglich machen.
Frau Keller-Sutter: Unser Steuergeld wird mit vollen Händen im Ausland verteilt. Hier ein paar Milliönchen, da ein paar Milliarden (WHO, WEF, NATO, UN, Biodiversitäts-Projekte in Tschechien 38,4 Mio.), Bund kauft für die Bundesangestellten höhenverstellbare Stehpulte für fast 40 Millionen, wobei es im Bundeshaus ein geflügeltes Wort ist: «Wer am Freitag im Büro arbeitet, ist ein Löli!»
Beim Volk jedoch wird der Sparhammer angesetzt. Weniger Geld für die Jugend (J + S), die 13. AHV muss mit Mehrwertsteuer-Erhöhung und Lohnprozenten finanziert werden usw., Soforthilfe für Blatten nur 5 Mio., und jeder Franken, der in Blatten ausgegeben wird, muss ausgewiesen werden.

Verlangen Sie dies auch bei der WHO, den Biodiversitäts-Projekten in Tschechien oder beim WEF auch? Oder sind nur die eigenen Bürger in der Pflicht?
Zur Einführung der Widerspruchslösung (nur mit E-ID) bezahlt der Bund der Wirz Group AG 14,7 Millionen. Nur zum besseren Verständnis: Der Bund kauft gar nichts, es ist der Steuerzahler, der dies alles berappt. Damit Sie und Ihre Bundesverratskollegen im Ausland gut dastehen, ziehen Sie dem Steuerzahler den letzten Rappen aus der Tasche.

Meine Damen und Herren Bundesverräter: Was wären Sie ohne das Volk, ohne die Steuerzahler? Sie wären nichts! Ohne die Steuergelder kein Gehalt, ohne Steuergelder kein grosskotziges Verteilen von Millionen in alle Welt, ohne Steuerzahler wäre das Bundeshüttli leer! Überlegen Sie sich also gut, ob Sie weiterhin das Volk gängeln und an ihm vorbei reGIERen wollen, um Ihre Pfründe zu erhalten.

So, nun können Sie mich teeren und federn oder die Fedpol auf mich hetzen. Ich sage Ihnen: Es ist mir völlig egal. Was aus Ihrem verrückt gewordenen Bundeshüttli kommt, interessiert mich nicht im Mindesten.

Trotzdem wünsche ich Ihnen noch schöne Ferien und hoffe, dass Sie irgendwann zur Besinnung kommen und die Schweiz nicht an die EU, WHO, NATO usw. verkaufen.

Zitate:

Das Schlimmste, das ich kenne, ist Untertänigkeit oder der Wunsch, sich unbedingt zu unterwerfen, dieses Mitlaufen, Mitsingen, Mitmarschieren und dabei auch noch in eine peinliche Euphorie zu verfallen (Heinrich Böll).

Wenn nur noch Gehorsam gefragt ist und nicht mehr Charakter, dann geht die Wahrheit und die Lüge kommt (Ödön von Horvath).

Verräter sind selbst denen, deren Sache sie dienen, verhasst (Publius Cornelius Tacitus).

Elisabeth Vetsch

PS: Herr Pfister, Herr Parmelin und Herr Rösti werde ich mit einem separaten Brief beehren.

Wohlstandsverwahrlosung: Wenn Besitz den Sinn ersetzt

Symptome einer saturierten Gesellschaft

Wir leben im Überfluss – und doch mangelt es uns an vielem. Orientierung, Mitgefühl, Sinn. Die Rede ist von Wohlstandsverwahrlosung : einem Zustand, in dem nicht die Armut, sondern der Wohlstand zur Verwahrlosung führt.

Was zunächst paradox klingt, zeigt sich in vielen Facetten unseres Alltags :

  • Anspruchshaltung statt Dankbarkeit
  • Bequemlichkeit statt Engagement
  • Konsum statt Reflexion

Wir verlieren uns im Immer-mehr und Immer-schneller – und damit oft auch den Kontakt zum Wesentlichen.

Wo und wann sind wir falsch abgebogen?

War es, als Bildung zur Ware wurde? Als soziale Medien begannen, unsere Aufmerksamkeit in Sekundenbruchteile zu zerschneiden? Als wir wirtschaftliches Wachstum über soziale Gerechtigkeit stellten? Oder als wir zuliessen, dass in den letzten 30 Jahren alles immer schneller und teurer wurde – nur die Löhne nicht im gleichen Mass stiegen?

Vielleicht war es auch der Moment, als wir begannen, Werte und Traditionen als überholt zu betrachten, statt sie als stabilisierendes Fundament unserer Gesellschaft zu pflegen – als etwas, das uns Halt geben kann. Denn je mehr wir uns materiell absichern, desto mehr scheinen wir ideelle Werte abzubauen – und mit ihnen Halt, Identität und ein gemeinsames Verantwortungsgefühl.

Ein weiteres Symptom ist die permanente Selbstinszenierung. Wir zeigen uns, vergleichen uns, posten Bilder aus unserem Alltag – und verlieren dabei oft den echten Kontakt zueinander. Individualismus, an sich ein Ausdruck von Freiheit, schlägt um in Vereinzelung und Egozentrik. Und ja – ich nehme mich da nicht aus…

Wohlstandsverwahrlosung ist kein persönliches Versagen, sondern ein Spiegel unserer Gesellschaft. Sie zeigt sich dort, wo Menschen keine Herausforderungen mehr erleben, wo alles verfügbar, aber nichts verbindlich ist. Wo Freiheit nicht mehr mit Verantwortung verbunden ist, sondern mit Beliebigkeit verwechselt wird. Und sie trifft nicht nur die, die viel haben – sondern zunehmend auch jene, die unter der Oberfläche des scheinbaren Wohlstands um soziale Teilhabe kämpfen.

Was können wir tun ?

Vielleicht sollten wir mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme und der Frage beginnen:
Was trägt uns wirklich? Was verbindet uns – jenseits von Status, Besitz und Selbstoptimierung?

Ich glaube: Weniger haben, bewusster leben, wieder wissen, wofür wir stehen – das wäre ein Anfang.

Knieschmerzen & Co

Mama hat schon seit Längerem Knieschmerzen – ein bisschen Arthrose, hiess es bisher. Am Dienstagmorgen um 7 Uhr hat sie mir eine Sprachnachricht geschickt und mir von neuen, starken Schmerzen unterhalb des linken Knies erzählt. Gehen ist unmöglich. Sitzen, Liegen, Autofahren – das ist kein Problem. Aber stehen und gehen? Keine Chance.

Ich bin dann zu ihr gefahren, nachdem ich meinen Kaffee ausgetrunken und mich angezogen hatte. Ihr Hausarzt ist zurzeit abwesend, und in die Notaufnahme wollte sie nicht. Also hat sie sich den ganzen Tag geschont, während ich bei ihr im Homeoffice gearbeitet habe.

Als wäre das nicht schon genug, hütet Mama diese Woche auch noch Shiva – die Hündin meines Bruders, der gerade in den Ferien ist. Da sie sich aber kaum bewegen kann, habe ich kurzerhand Shiva zu mir genommen, damit sie rauskommt und Mama sich wenigstens darum keine Sorgen machen muss.
Shiva kam dann heute morgen mit mir ins Büro. Ich arbeite mittwochs von 9 bis 13 Uhr im „kleinen“ Büro – da ist das absolut kein Problem. Sie war auch ganz lieb.

Als ich dann gegen halb zwei wieder bei Mama ankam, war es nicht besser, und wir entschieden uns schließlich doch für die Notaufnahme. Mama ist Angstpatientin. Sie war sichtlich gestresst, aber sie hat sich – so gut es ging – zusammengerissen. Nach dem Röntgen dann die ernüchternde Diagnose: praktisch kein Knorpel mehr im Kniegelenk. Die Schmerzen erklären sich leider nur zu gut.
Jetzt heißt es: starke Schmerzmittel nehmen und warten – auf einen Termin beim Orthopäden. Das kann gut zwei bis drei Wochen dauern… Hoffen wir, dass die Medikamente bald wirken.

Immerhin ist Mama jetzt etwas ruhiger. Sie ist erleichtert, dass es „nur“ eine relativ normale Alterserscheinung ist und nicht irgendetwas akut am Gelenk oder Knochen kaputt ist. Natürlich ist die letzte Konsequenz eine Knieprothese – aber so weit sind wir noch nicht.

Heute Abend habe ich Shiva wieder mitgenommen, und morgen kommt sie mit ins „große“ Büro. Auch dort ist es eigentlich kein Problem, sie mitzunehmen. Außerdem sind wir morgen sowieso nur zu zweit – meine Chefin und ein Kollege sind in den Ferien, der andere Kollege im Homeoffice.

Ich hoffe sehr, dass die Schmerzmittel bald helfen und Mama wenigstens wieder ein klein wenig mobiler und schmerzfreier wird. Mit dem Rollator zur Toilette, in die Küche, ins Bett – das ist in ihrer eher kleinen Wohnung nicht gerade ideal…

Und ganz nebenbei: Ich bin ja selbst auch nicht zu 100 % fit – mein Ischias macht mir immer noch zu schaffen. Aber: Auch diese Zeiten gehen vorbei. Und bessere kommen bestimmt.

Toleranz – aber bitte für alle

Kürzlich stiess ich auf einen Beitrag, der mich zum Nachdenken brachte: Eine heterosexuelle Person wurde zu einem Fest eingeladen – vegan, queer, bunt. Sie fragte sich, ob sie dort willkommen sei. Nicht, weil sie Vorurteile hatte, sondern weil sie den Eindruck bekam, dass sie selbst sich anpassen müsse, ohne mit echter Offenheit rechnen zu können.

Irgendwie hat mich das zum Nachdenken gebracht. Ich beobachte Ähnliches auch anderswo. Etwa, wenn an kirchlichen oder gesellschaftlichen Anlässen nur noch vegetarisch oder vegan gegessen wird – stillschweigend vorausgesetzt, dass alle damit einverstanden sind. Ich habe nichts gegen fleischlose Küche, esse oft selbst so. Aber ich frage mich: Warum wird mir etwas aufgezwungen, was als freiwillige Haltung mehr Wirkung hätte?

Manchmal fühle ich mich als heterosexueller Mensch fast schon diskriminiert – nicht, weil mir etwas genommen wird, sondern weil ich das Gefühl habe, dass meine Sichtweise nicht mehr zählt oder zumindest nicht mehr ausgesprochen werden darf, ohne als „nicht mehr zeitgemäss“ zu gelten.

Was mir dabei auffällt: Zwischen etwa 1970 und 1990 war der Umgang oft entspannter. Menschen wie Elton John, Freddie Mercury oder Boy George wurden für ihr Können bewundert – nicht für ihre Essgewohnheiten oder ihre sexuelle Orientierung, sondern für ihre Kunst, ihre Ausstrahlung, ihre Persönlichkeit. Es war uns schlicht egal, ob jemand schwul war oder Fleisch ass. Der Mensch stand im Vordergrund – nicht das Label.

Und ich glaube: Viele LGBTIQ+ und Queer-Menschen wollen diesen ganzen Hype gar nicht. Sie wollen einfach leben – in Ruhe, mit Respekt, ohne ständig ein Thema zu sein. Genau das wäre echte Gleichberechtigung: wenn es einfach normal ist, verschieden zu sein.

Ein Gedanke beschäftigt mich besonders: Immer wieder liest man den Satz „Uns wurde der Regenbogen gestohlen“. Und irgendwie stimmt das. Der Regenbogen – einst Symbol für Frieden, Vielfalt, Hoffnung – ist heute fast ausschliesslich mit der LGBTIQ+-Bewegung verknüpft. Sobald man ihn in einem Logo oder auf einer Flagge sieht, denkt man automatisch in diese Richtung. Dabei gehört der Regenbogen uns allen. Er steht für Weite, Schönheit, Natur – für das Verbindende, nicht das Trennende.

Toleranz darf keine Einbahnstrasse sein. Sie lebt davon, dass wir Verschiedenheit aushalten – auch da, wo sie uns fremd ist oder unbequem. Es geht nicht darum, dass alle alles gut finden. Es geht darum, dass wir einander zugestehen, unterschiedlich zu leben, zu denken, zu essen, zu glauben oder zu lieben.

Ich akzeptiere Menschen in ihrer Vielfalt. Ich wünsche mir nur, dass auch meine Perspektive Teil dieser Vielfalt sein darf.

Wenn Arbeit, Kultur und Chor aufeinandertreffen

Gestern war kein gewöhnlicher Tag – sondern einer, der mir in Erinnerung bleiben wird :

Ein Tag im Gros-de-Vaud – Unser Betriebsausflug zwischen Kultur, Natur und Gastfreundschaft

Gestern war es wieder einmal so weit: Betriebsausflug! Ein willkommener Anlass, den Arbeitsalltag hinter sich zu lassen, gemeinsam unterwegs zu sein und neue Eindrücke zu sammeln. Und genau das haben wir getan – mit einem abwechslungsreichen Tag im Gros-de-Vaud.

Pünktlich um 8:15 Uhr trafen wir uns am Bahnhof in Echallens. Von dort aus ging es mit einem kleinen Car in das charmante Dorf Chêne-Pâquier, wo ein liebevoll vorbereitetes Zmorge auf uns wartete. Frischer Kaffee und selbstgebackener Zopf – besser kann ein Tag kaum beginnen.

Im Anschluss besuchten wir den eindrucksvollen Temple elliptique, eine kleine Kirche die mit ihrer elliptischen Bauweise nicht nur architektonisch besonders ist, sondern auch geschichtlich einiges zu erzählen hat. Der Pfarrer vor Ort vermittelte uns auf lebendige Art die Hintergründe und Besonderheiten dieses bemerkenswerten Gotteshauses.

Danach machte sich die Gruppe zu Fuss auf den Weg zum Tour Saint-Martin – ein Aussichtsturm mit weiter Sicht über das Land. Aufgrund meiner Ischias-Probleme konnte ich diesen Weg nicht mitgehen. Umso dankbarer war ich für das spontane Angebot einer Kollegin, die mit dem Auto unterwegs war und mich kurzerhand mitnahm. Eine kleine Geste mit grosser Wirkung – denn der Aufstieg auf den Turm und die Aussicht von oben waren ein echtes Highlight des Tages.

Zurück im Car führte uns die Route weiter nach Denezy, wo wir eine kleine Kirche mit Fresken des schweizer Künstlers Louis Rivier besichtigten. Auch hier erhielten wir eine spannende und detaillierte Einführung – eine schöne Gelegenheit, Kunst und Geschichte in einer ruhigen Atmosphäre auf sich wirken zu lassen.

Gegen Mittag erreichten wir den letzten Programmpunkt unseres Ausflugs: das Restaurant La Ferme in Cremin. Ein Ort mit ländlichem Charme und familiärer Atmosphäre. Das Mittagessen wurde in grossen Schüsseln serviert – Schweinsbraten, Gratin Dauphinois und Rüebli-Salat – ganz wie zu Hause. Die ungezwungene Stimmung und das feine Essen rundeten diesen gelungenen Tag wunderbar ab.

Um 14:30 Uhr wurden wir beim Restaurant abgeholt und zurück nach Echallens gebracht – unserem morgendlichen Ausgangspunkt. Dort wartete bereits meine Mama auf mich, die mich morgens hingefahren hatte. Gemeinsam fuhren wir zu ihr nach Hause, wo ich ihr von all den schönen Erlebnissen des Tages erzählte.

Chorleben am Abend – Musik, Gemeinschaft und gute Gespräche

Nach einem erlebnisreichen Ausflugstag war für mich noch lange nicht Schluss. Gegen halb sechs machte ich mich erneut auf den Weg – diesmal nach Lausanne, um unsere Chorchefin und eine Kollegin aus dem Chor-Comité abzuholen. Wir waren bei Guillaume, unserem Präsidenten, zum gemeinsamen Znacht eingeladen.

Als wir ankamen, erwartete uns bereits ein liebevoll vorbereiteter Apéro. Die Stimmung war herzlich, fast familiär, und bald wurde der Grill angefeuert. Es wurde viel gelacht, erzählt und gemeinsam gegessen – doch neben dem Geselligen hatte der Abend auch einen sehr produktiven Kern.

Wir tauschten uns über das vergangene Konzert aus, gaben einander Feedback, reflektierten, lobten – und übten auch konstruktive Kritik. Die Atmosphäre blieb dabei stets offen und unterstützend. Es war spürbar, wie sehr uns der Chor verbindet – nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich.

Auch die Planung für kommende Projekte nahm an Fahrt auf, Ideen wurden gesammelt, mögliche Termine besprochen und erste Visionen geteilt. Gegen 1 Uhr morgens kam ich schliesslich nach Hause – todmüde, aber erfüllt. Dieser Abend war wie das i-Tüpfelchen auf einen ohnehin schon wunderbaren Tag.

Rückschlag ?

20 Tage lang habe ich nichts geschrieben.
Nicht, weil nichts war – sondern weil es einfach Alltag war.

Letzten Donnerstag kam Sohnemann nach der Spätschicht nach Hause – wie gewohnt gegen 23:15 Uhr. Ich lag schon im Bett, war aber noch wach.
Er reichte mir einen Zettel – eine Nachricht, die alles veränderte : ein Kündigungsschreiben.

Er und drei weitere Kollegen aus der Spätschicht – also vier insgesamt – hatten die Kündigung erhalten. Aus wirtschaftlichen Gründen, wie es hiess.
Alle vier befanden sich noch in der dreimonatigen Probezeit, entsprechend betrug die Kündigungsfrist nur sieben Tage.
Im Schreiben stand zudem, dass sie für die verbleibenden Tage nicht mehr zur Arbeit erscheinen müssen.

Es hat fast den Anschein, als wären sie gezielt für einen grossen Auftrag eingestellt worden. Und jetzt, da dieser abgeschlossen ist, hat man sie einfach fallen lassen.
Wenn dem tatsächlich so war – was der Patron bestreitet –, wäre es ehrlicher gewesen, sie von Anfang an nur befristet anzustellen.

Es hat mir das Herz zusammengezogen.
Nicht nur, weil er seinen Job verloren hat – natürlich auch deshalb – aber vor allem, weil es eine Arbeit war, die ihm wirklich Freude machte.
Er ging gerne hin. Jeden Tag. Mit Motivation, mit Stolz. Im Team verstanden sie sich gut, und man hatte ihm versichert, dass er in dieser Firma eine Perspektive habe.
Und dann – dieser Schlag ins Gesicht.

Ich konnte in dieser Nacht nicht schlafen. Bis fünf Uhr morgens war ich wach.
Nicht aus Sorge, dass er nichts Neues findet – ich weiss, dass er das schafft.
Aber ich hatte Angst, dass ihn diese Enttäuschung lähmt. Dass er sich zurückzieht. Wieder.

Doch zwei Tage später zeichnete sich ein erster Lichtblick ab.
Sohnemann hat seinen Vater kontaktiert – Jurist – um sich in Bezug auf Lohn, Arbeitszeugnis und seine Rechte beraten zu lassen.
Und tatsächlich: Der Ex-Mann kümmert sich. Sie haben sich getroffen, miteinander gesprochen und erste Schritte geplant.
Ich war ehrlich erleichtert.

Ebenso froh war ich, dass mein Herr Sohn am zweiten Tag rausging, sich bewegte, Sport machte – und seinen Frust in den Fussballplatz statt in sich hinein schlug.
Auch dass er nicht wieder die Nacht zum Tag machte, wie in früheren schwierigen Phasen, hat mich beruhigt.

Manchmal sind es nicht die Schläge des Lebens, die am meisten schmerzen – sondern das Mitfühlen, wenn sie jemanden treffen, den man liebt.
Aber genau da beginnt auch Stärke: in der Art, wie man wieder aufsteht.

Liberalität und Tradition: Die Christkatholische Kirche

Ich hab mal Chatgpt gefragt, ob er mir die christkatholische (altkatholisch in D und AT) erklären kann. Ich muss sagen : chapeau ! Sehr gut zusammengefasst :

Die Altkatholische Kirche entstand im 19. Jahrhundert als Reaktion auf die dogmatischen Entscheidungen des Ersten Vatikanischen Konzils (1869–1870), besonders das Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes. Altkatholiken lehnen dieses Dogma ab und betonen eine stärkere Unabhängigkeit der nationalen Kirchen. Sie bewahren viele Traditionen der römisch-katholischen Kirche, wie die Sakramente und die Liturgie, lehnen jedoch die Autorität des Papstes ab und betonen die Bedeutung der Synodalität und der Verantwortung der Gläubigen. Für Altkatholiken und Christkatholiken ist der Papst einfach der Bischof von Rom und nicht unfehlbar.

In der Schweiz ist die Altkatholische Kirche als Christkatholische Kirche bekannt. Diese Kirche ist sehr liberal und betont eine größere Autonomie sowie die Mitbestimmung der Gläubigen. Besonders hervorzuheben ist, dass die Altkatholische Kirche eine volle Kirchgemeinschaft mit der Anglikanischen Kirche hat, die seit dem Bonner Abkommen von 1931 besteht. Dies fördert den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den beiden Traditionen.

Einige Merkmale der Altkatholischen und Christkatholischen Kirche:

  • Frauenordination: Frauen dürfen seit 1996 in der Schweiz als Priesterinnen und Bischöfinnen ordiniert werden.
  • Zölibat und Ehe: Geistliche können heiraten, der Zölibat ist nicht vorgeschrieben.
  • LGBTQ+ Akzeptanz: Die Kirche ist offen und akzeptiert LGBTQ+ Menschen.
  • Ökumene: Die Kirche ist stark ökumenisch ausgerichtet und fördert den Dialog zwischen den Konfessionen.
  • Gastfreundschaft für Andersgläubige: Andersgläubige sind herzlich willkommen und können die Kommunion empfangen, ebenso wie in der Kirche heiraten oder kirchlich gesegnet werden.
  • Geschiedene: Geschiedene sind nicht ausgeschlossen und können an der Eucharistie teilnehmen.

Zusammengefasst:

  • Papstunfehlbarkeit: Wird abgelehnt, der Papst ist lediglich der Bischof von Rom.
  • Kirchenstruktur: Statt eines zentralen Papstes betonen Altkatholiken die Unabhängigkeit und Mitbestimmung der einzelnen Kirchen.
  • Sakramente und Liturgie: Ähnlich der römisch-katholischen Praxis, jedoch ohne papstzentrierte Lehren.
  • Liberalität: Die Kirche ist bekannt für ihre liberale Ausrichtung.
  • Frauenordination: Frauen können Priesterinnen und Bischöfinnen werden.
  • Ehe und Zölibat: Geistliche dürfen heiraten, der Zölibat ist freiwillig.
  • LGBTQ+ Akzeptanz: Offen und inklusiv für LGBTQ+ Menschen.
  • Ökumene: Starke ökumenische Ausrichtung mit der Anglikanischen Kirche und anderen Konfessionen.
  • Kirchliche Gastfreundschaft: Andersgläubige sind willkommen und können die Kommunion empfangen und heiraten.

Diese Aspekte machen die Christkatholische Kirche in der Schweiz und die Altkatholische Kirche im Allgemeinen einzigartig und besonders offen und inklusiv.

Papst Franziskus: Was bleibt nach seinem Tod?

Papst Franziskus starb und hinterließ nur 100 Dollar.
Kein Haus, kein Bankkonto, keine Investitionen – obwohl er das Oberhaupt der katholischen Kirche war und jährlich 340.000 Euro hätte verdienen können.
Warum? Weil er als Jesuit ein Armutsgelübde abgelegt hatte.
Er lebte einfach: in einer bescheidenen Unterkunft, mit alten Schuhen, fuhr Ford Focus, ass mit den Angestellten und trug ein schlichtes Eisenkreuz.

Sein Reichtum war nicht materiell, sondern moralisch.
Seine Botschaft:

„Es zählt nicht, was du besitzt. Es zählt, wer du bist. Was du für andere tust.“


Er war kein Papst des Luxus – Er war ein Papst des Herzens.
Ein Mann, der bewiesen hat, dass einfach zu leben bedeutet, auf eine andere Weise zu herrschen.

In einer Welt, die Reichtum oft über alles stellt, hinterließ Franziskus kein Geld – sondern eine ewige Inspiration.

Und du? Was wirst du hinterlassen?

Inspiriert durch diesen Beitrag auf FaceBook