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Dietrich Bonhoeffer – Ausstellung

Anlässlich des 80. Todestages von Dietrich Bonhoeffer, der am 9. April 1945 starb, lädt das CIDOC zu einer für alle offenen Ausstellung über diese bedeutende Persönlichkeit der Geschichte ein.

Bonhoeffer war Pastor, Theologe und Widerstandskämpfer. Mit Mut und Glauben stellte er sich dem NS-Regime entgegen und hinterließ ein bis heute aktuelles, einflussreiches Werk.

Sein Zeugnis inspiriert bis heute viele Menschen auf der ganzen Welt.



Ich habe schon mehrmals über ihn in meinem Blog geschrieben :
Heute wie damals immer noch aktuell
Sein berühmtes Gedicht
Eine Predigt

Modernes Mittelalter

Der Begriff „Modernes Mittelalter“ klingt zunächst wie ein Widerspruch, aber er lässt sich in verschiedenen Kontexten betrachten. Ich benutze diesen Ausdruck schon lange und hab mir wieder mal so ein paar Gedanken gemacht.

  • Gesellschaftliche Ungleichheit: Ähnlich wie im Feudalsystem gibt es heute Diskussionen über ungleiche Verteilung von Ressourcen, Macht und Einfluss.
  • Zerfall zentraler Autorität: Manchmal wird der Eindruck erweckt, dass in unserer globalisierten Welt mit fragmentierten Machtstrukturen Parallelen zur Feudalzeit gezogen werden können.
  • Feudalismus im Internet: Große Plattformen wie Google oder Facebook kontrollieren bestimmte Bereiche im Internet, ähnlich wie Lehnsherren früher Land kontrollierten
  • Kriege im Cyberspace: Cyberangriffe und asymmetrische Konflikte erinnern an die oft chaotischen Kriege und Konflikte des Mittelalters.

        Heute wird das Mittelalter differenzierter betrachtet. Früher galt es oft als „dunkel“ oder „rückständig“, doch heute wissen wir, dass es eine Zeit wichtiger kultureller, technischer und wissenschaftlicher Entwicklungen war (z. B. die Gotik, Universitäten oder Fortschritte in der Landwirtschaft). Auch viele moderne Ideen, wie unsere Rechtssysteme oder religiöse Traditionen, haben ihre Wurzeln im Mittelalter.

        Der Begriff „Modernes Mittelalter“ zeigt Parallelen zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart. Ob als Warnung oder kulturelles Revival – das Mittelalter bleibt bis heute spannend und faszinierend.

        Dietrich Bonhoeffer

        Letzte Woche bin ich durch einen Beitrag bei Der Wilhelm bloggt wieder mal auf Dietrich Bonhoeffer gestossen.

        Ich kenne ihn schon lange, und was ich da gelesen habe, veranlasste mich, das Buch „Widerstand und Ergebung – Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft“ zu bestellen.

        Obwohl eine permanente Konzentration bei einigen Kapiteln notwendig ist, liest sich das Buch unglaublich toll. Gewisse Gedankengänge Bonhoeffer’s sprechen mir direkt aus der Seele. Und wie war er doch positiv eingestellt, trotz Haft. Bemerkenswert, dieser Mann.

        Unter anderem befindet sich in diesem Buch auch eine Traupredigt, welche er im Mai 1943 in seiner Zelle schrieb. Die Auslegung von Kol 3, 18-19 „18 Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter, wie sich’s gebührt in dem Herrn. 19 Ihr Männer, liebt eure Frauen und seid nicht bitter gegen sie.“ hat für mich eine neue Bedeutung bekommen.

        Liest man das einfach so, denkt man in der heutigen Zeit logischerweise, ob’s eigentlich noch geht ! Wir wollen Gleichberechtigung und sind sicher nicht Untertan der Männer ! Aber halt ! Bonhoeffer hat mir etwas Licht ins Dunkle gebracht. Ich kann hier nicht die ganze Predigt aufschreiben, aber wenn ihr die Gelegenheit habt, solltet Ihr sie unbedingt mal lesen. Hier könnt Ihr das sogar online tun 🙂

        Oft ist es ja so, dass man gewisse Bibel-Zitate gar nicht sinngemäss versteht. Erst durch Gespräche oder theologischen Ausführungen wird einem bewusst, was eigentlich genau damit gemeint ist.

        Nun werde ich weiter lesen – und vielleicht werde ich mir weitere Werke von Bonhoeffer ergattern. Sympatisch ist mir dieser Mann auf jeden Fall – auch das Foto auf dem Buch strahlt eine gewisse Ruhe und Zuversicht aus. Ich mag es, wenn ich weiss, wie ein Autor (oder sonstwer der schreibt) aussieht… Natürlich kann ein Foto niemals die genau Persönlichkeit eines Menschen widerspiegeln, aber man hat immerhin eine etwaige Vorstellung, wie das Gegenüber aussieht – auch wenn dies keine Rolle spielt, ob man schlussendlich jemanden mag oder nicht. Wichtig ist nur, wie der Mensch mit sich und seinen Mitmenschen umgeht.

        Chor-Wochenende

        Letztes Wochenende waren wir mit dem Chor in Albertville. Könnt Ihr Euch noch an die olymischen Winterspiele von 1992 dort erinnern ? Benannt ist die Stadt nach König Karl Albert I., der sie 1836 gründete.  Der Vorgängerort war die Cité Médiévale de Conflans; sie liegt heute als mittelalterlich geprägter Ort mit Stadtmauer oberhalb von Albertville.

        Wir hatten ja am 6. Mai ein Konzert hier in Lausanne gemeinsam mit dem französischen Chor Cantabile aus Albertville. Und nun waren wir bei ihnen und haben dort nochmal ein gemeinsames Konzert gegeben.

        Wie die Choristen von Cantabile, wurden auch wir jeweils bei einem Choristen des Gastgeberchores logiert. Wir fuhren mit dem Car gegen Mittag von Lausanne weg und waren nach etwas mehr als 2 Stunden am Ziel angekommen und wurden herzlich empfangen.

        Das Konzert war gut, dass gemeinsame Abendessen mit einem üppigen kalten Buffet köstlich und das Beisamensein amüsant.

        Gegen 22h fuhr dann jeder mit seinem Gastgeber nach Hause und ich war bei Robert und Hélène gut aufgehoben. Am nächsten Morgen fuhr mich dann Robert zum vereinbarten Treffpunkt nach Conflans. Dort wurden wir schon erwartet und genossen eine interessante Führung durch das mittelalterliche Städtchen.

        Nach einem gemeinsamen Pic-Nic kehrten wir noch für einen Kaffee ein, bevor es dann gegen 14h mit dem Car wieder heimwärts ging.

        Hier noch ein paar Eindrücke :

        Nonne

        Manchmal denke ich „jetzt werd‘ ich Nonne“.

        Seit gestern habe ich verschiedene Dokumentar-Sendungen geschaut, welche über berühmte Nonnen berichten.

        Zum Beispiel über Lucia dos Santos, welche gemeinsam mit 2 ihrer Cousins eine (respektive 6) Marienerscheinung (en)(Das Wunder von Fatimà) – hatte und schlussendlich Nonne wurde. Eine aussergewöhnliche Geschichte, welche viele Fragen in mir aufwirft.

        Oder die Geschichte der heiligen Thérèse de Lisieux, welche von der römisch-katholischen Kirche heilig gesprochen wurde. Ebenfalls eine erstaunliche Geschichte, welche mich nachdenklich stimmt.

        Irgendwie faszinieren mich solche Geschichte.

        In unserer heutigen Zeit lebt eine Nonne natürlich nicht mehr wie damals. Wenn man Serien wie „Um Himmels Willen“ sieht, scheint es eher hektisch zu sein. Obwohl, diese Serie ist wohl nicht sehr realistisch – auch wenn ich sie total gerne sehen.

        Aber manchmal hätte ich gerne ein „einfaches“ Leben wie damals. Man musste sich keine wirklichen Sorgen über Geld oder sonstige Verpflichtungen machen. Man verbrachte seinen Tag mit Arbeit, Gebeten und Stille. Ja, manchmal vermisse ich die Stille in unserer hektischen Welt und ich frage mich, ob die Menschheit es jemals wieder auf die Reihe kriegt, sich „ent-schleunigt“ und wieder „normal“ wird… allerdings : was ist normal ?

        Oma’s Schürze

        Im Netz gefunden und vom französischen mit Deepl (und mir 😇 ) übersetzt :

        Vielleicht erinnern Sie sich, genau wie ich, an die berühmte, meist blaue Schürze Ihrer Großmutter.
        Der Hauptzweck der Schürze bestand darin, ihr Kleid zu schützen, aber darüber hinaus war sie wunderbar geeignet, um Kindertränen abzuwischen und bei bestimmten Gelegenheiten schmutzige Gesichter zu reinigen.
        Sie diente aber auch als Handschuh, um ein heißes Gericht vom Herd zu nehmen.


        Vom Hühnerstall aus diente die Schürze zum Transport von Eiern oder Küken, die wiederbelebt werden mussten.
        Wenn Besuch kam, diente die Schürze schüchternen Kindern als Unterschlupf.
        Bei kaltem Wetter zog Oma sie hoch, um ihre Schultern zu bedecken. Bei heißem Wetter wischte sie sich den Schweiß von der Stirn, der vom nahen Holzofen rann.
        Und raten Sie mal, wie Oma das Brennholz ins Haus brachte? Indem sie es in ihre … Schürze schnürte.
        Im Sommer sammelte Oma das Gemüse aus ihrem Garten und trug es in ihrer Schürze mit sich herum. Dann, im Herbst, pflückte sie die Äpfel direkt vom Apfelbaum und stapelte sie dort.
        Und wenn unerwartet Besuch kam, wie viele Gegenstände konnten mit derselben Schürze abgestaubt werden, „um das Gröbste zu entfernen“.

        Wie lange würde es trotz aller heutigen Technik dauern, bis jemand ein Allzweckkleidungsstück erfinden würde, das in seiner Nützlichkeit mit der berühmten Schürze konkurrieren könnte?
        Während Oma ihren Apfelkuchen auf die Fensterbank stellte, um ihn abzukühlen, stellt man heute denselben Kuchen auf die Fensterbank, um ihn aufzutauen …
        Andere Zeiten, andere Sitten!
        Wenn man nur daran denkt, wie viele Mikroben sich an einem einzigen Tag auf diesem Leichentuch ansammeln konnten, würde man heute verrückt werden!
        Das Einzige, was sich die damaligen Kinder durch die Berührung von Großmutters Schürze eingefangen haben, war Liebe!

        Nach einem Originaltext von C. Vaudaux

        Wacht endlich auf !

        Ich fühle mich immer mehr wie im Mittelalter 🤦 schau –》 die Herren, die dem Bauern die letzte Ziege wegnehmen, um Steuern zu zahlen … dass der Bauer verhungert und nicht mehr überleben kann, interessiert niemanden!


        Die „Kleinen“ (im Klartext: Menschen, die wenig Einkommen haben) werden immer kleiner (ärmer) und werden mit allen Mitteln (Krankenkasse, Versicherungen, Steuern, etc.) belastet, müssen sich rechtfertigen, beweisen, aufgeben, auf sich nehmen …

        … und die „Großen“ (d.h. diejenigen, die ein angemessenes Einkommen haben, oder ein Einkommen im Überfluss) werden immer größer (reicher), gehen einkaufen, wann sie wollen, haben VIP-Vorteile auf allen Ebenen, gehen auf Reisen (auch wenn sie mehr bezahlen müssen, das beeinträchtigt sie nicht), …

        Die Mittelschicht gibt es nicht mehr!

        Das Leben wird immer teurer, die Gehälter folgen seit mindestens 30 Jahren nicht mehr !

        … Und dann gibt es tatsächlich Leute, die es wagen zu sagen, dass es in der Schweiz keine armen Menschen gibt 😤🤦😫.

        Wann wird etwas passieren? Wann beginnen die Menschen (die Bevölkerung !) aufzuwachen und zu verstehen?