Ich schätze vieles an unserer heutigen Zeit – ohne moderne Technologien hätte ich weder Claudius noch Frank kennengelernt. Und doch denke ich oft: Früher war vieles besser. Langsamer. Überschaubarer. Weniger Lärm, weniger Druck, weniger Ablenkung.
Manchmal wird mir alles zu viel. Die Menschen, der Lärm, das Tempo. Dann träume ich von einer kleinen Hütte – irgendwo im Wald oder in den Bergen. Klein, fein, ruhig. Vielleicht mit ein paar Hühnern, ein bisschen Selbstversorgung. Einfach leben. Echt leben.
Aber solche Träume kosten Geld. Und wir leben nun mal nicht mehr in Robin Hoods Zeiten, in denen man einfach in den Wald ziehen konnte. Heute braucht man für fast alles einen finanziellen Puffer. Ohne Arbeit kein Geld. Ohne Geld kein Dach über dem Kopf. Kein Essen. Keine Sicherheit.
Nicht, dass ich immer völlig allein sein wollen würde. Nur raus aus dem Hamsterrad, das sich immer weiterdreht – ob man will oder nicht. Wir schuften, um uns Wohnungen leisten zu können, in denen wir kaum Zeit verbringen, weil wir ständig am Arbeiten sind. Und doch reicht es hinten und vorne nicht. Alles wird teurer, die Löhne steigen nicht. Die ehemalige Mittelschicht meiner Kindheit ist seit den 1990er-Jahren stetig am Verschwinden. Die Leute sind entweder arm oder reich. Doch eher arm.
Und da frag ich mich: Wozu eigentlich das alles? Am Ende sterben wir doch sowieso. Und niemand wird mehr von mir reden – berühmt bin ich ja nicht. Und wär ich es, wär ich vermutlich auf der Seite der Reichen.
Ein Teufelskreis, der still unser Leben bestimmt. Und doch gibt es diese seltenen Augenblicke, in denen etwas in uns sagt: Es könnte auch anders sein. Vielleicht fängt Veränderung genau dort an…
Ich bin kein Psychologe. Aber ich bin überzeugt, dass Sohnemann in eine Depression geraten ist. Alles in ihm wirkt schwer, müde, ausgebrannt – und das schon lange. Die Corona-Zeit hat bei ihm tiefe Spuren hinterlassen. Er hat die Schule nicht abschliessen können – und seither ist vieles ins Wanken geraten. Für ihn. Für mich.
Vor Kurzem bekam er endlich eine Chance: eine Stelle, die ihm Freude gemacht hat, in der er aufblühte und Anerkennung fand. Zum ersten Mal seit Langem spürte ich wieder Hoffnung in seinem Blick. Doch nach nur zwei Monaten war alles vorbei – wirtschaftliche Gründe, Stellenabbau. Ausgerechnet ihn hat es getroffen. Ein harter Schlag. Für ihn war es, als hätte man ihm den Boden unter den Füssen weggezogen.
Dass er jetzt nicht sofort wieder voller Energie loszieht, sich bewirbt und „alles versucht“, ist für mich verständlich. Es geht nicht um Faulheit. Es geht um Erschöpfung. Um einen tiefen inneren Kampf, den man von aussen oft nicht sieht. Lange Zeit hat er jede Form von psychologischer Unterstützung strikt abgelehnt – wollte „das schon allein hinkriegen“. Erst vor wenigen Tagen, in einem Moment voller Wut und Frustration, hat er zum ersten Mal ausgesprochen: „Ich glaube, ich brauche einen Psychologen.“ Und auch wenn das schmerzhaft war – es war ein ehrlicher Moment. Vielleicht ein Anfang.
Doch viele sehen das nicht – und manchmal fühle ich mich damit ziemlich allein.
Auch finanziell ist die Situation sehr belastend. Sohnemann ist wieder komplett auf meine Unterstützung angewiesen. Die Krankenkassenprämien für uns beide betragen fast 1000 Franken im Monat. Die staatliche Prämienverbilligung wurde uns Anfang Jahr gestrichen – aus Gründen, die sich mir bis heute nicht erschliessen. Dazu kommen laufende Kosten, Steuern, offene Rechnungen – unter anderem von der Autowerkstatt. Ich weiss ehrlich gesagt nicht, wie ich das alles stemmen soll. Allein diesen Monat fehlen mir rund 1500 bis 2000 Franken, um grössere Probleme wie Betreibungen zu verhindern.
Rücklagen? Gibt es nicht. Seit der Scheidung war ich finanziell immer auf mich allein gestellt. Ich habe meine beiden Kinder allein (manchmal mit etwas Hilfe von Mama) durchgebracht – ohne Unterstützung vom Ex-Mann, denn er war selbst beim Sozialamt und konnte nichts beitragen. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) hat mir bis zum 18. Lebensjahr der Kinder monatlich je 100 Franken zugesprochen – mehr war nicht drin. Damit musste ich haushalten, rechnen, improvisieren – jahrelang. Und nun stehe ich wieder an einem Punkt, an dem ich einfach nicht mehr weiss, wie es weitergehen soll.
Was viele nicht wissen: Auch wenn Sohnemann volljährig ist, bin ich finanziell für ihn bis zu seinem 25. Lebensjahr verantwortlich. Rechtlich gesehen ist er zwar erwachsen, aber solange er keine abgeschlossene Ausbildung hat, liegt die finanzielle Last weiterhin bei mir. Das bedeutet auch, dass er selbst keine Sozialhilfe beantragen kann – weil zuerst ich aufkommen muss.
Auch Arbeitslosengeld kann er nicht beantragen. Dafür müsste er mindestens ein Jahr lang gearbeitet haben – was er ja aufgrund der Umstände nie konnte. Die Stelle, die er hatte, dauerte nur zwei Monate. Es gibt also keine Auffanglösung, kein Netz, keinen Anspruch. Gleichzeitig verdiene ich selbst gerade so viel, dass ich knapp aus dem System der Sozialhilfe herausfalle – ein paar Franken zu viel, um Anspruch auf Unterstützung zu haben. Es ist, als würde man zwischen zwei Stühlen sitzen – und keiner fängt einen auf.
Auch in meiner Familie kann mich niemand finanziell unterstützen (könnten sie es, würden sie es tun !). Und Claudius – ja, er ist da, und er hat mir in der Vergangenheit schon viel geholfen. Aber ich möchte ihn nicht wieder bitten. Er hat selbst genug Sorgen, die ihn belasten, und ich will nicht zur weiteren werden.
Auch Frank hat mir schon mehrmals geholfen – und dafür bin ich wirklich sehr dankbar. Doch ich möchte ihn nicht erneut um Unterstützung bitten. Zum einen, weil ich spüre, dass ich seine Geduld nicht überstrapazieren will. Zum anderen gehört er zu den Menschen, die glauben, Sohnemann sei einfach nur bequem oder faul. Ich habe mehrfach versucht, ihm zu erklären, dass es tiefer geht – dass es eben keine Frage des Wollens ist, sondern des Könnens. Aber ich habe das Gefühl, er glaubt mir nicht wirklich. Und das tut weh. Es tut meinem Mutterherz weh – weil ich sehe, wie sehr Sohnemann leidet, und weil ich spüre, dass sein innerer Kampf oft verkannt wird.
Ich schreibe das nicht, um zu jammern oder um Hilfe zu erbitten. Aber die Wahrheit ist: Ich bin an einem Punkt, an dem ich Unterstützung annehmen würde – wenn sie von Herzen kommt. Nicht, weil ich es mir wünsche oder leichtfertig darum bitte, sondern weil es im Moment einfach keine andere Möglichkeit sehe. Und wenn sich jemand angesprochen fühlt, würde ich das in grosser Dankbarkeit annehmen.
Ich weiss, dass ich nicht die Einzige bin, der es so geht. Einerseits schreibe ich das in der Hoffnung, vielleicht doch irgendwo einen Weg oder eine Lösung zu finden. Andererseits geht es mir aber auch vor allem darum, nicht zu schweigen. Um sichtbar zu machen, dass es uns gibt – uns, die finanziell und gesellschaftlich am Rand stehen, die oft nicht gesehen werden. Viele vergessen, dass man sich seine soziale Lage nicht immer aussucht. Manchmal geschehen im Leben Dinge, mit denen man nicht rechnet – Ereignisse, die alles durcheinanderbringen. Und das nicht aus eigenem Verschulden. Auch wenn uns manchmal die Kraft fehlt, das laut zu sagen: Wir sind da. Und wir geben nicht auf 💪🏻
Kürzlich stiess ich auf einen Beitrag, der mich zum Nachdenken brachte: Eine heterosexuelle Person wurde zu einem Fest eingeladen – vegan, queer, bunt. Sie fragte sich, ob sie dort willkommen sei. Nicht, weil sie Vorurteile hatte, sondern weil sie den Eindruck bekam, dass sie selbst sich anpassen müsse, ohne mit echter Offenheit rechnen zu können.
Irgendwie hat mich das zum Nachdenken gebracht. Ich beobachte Ähnliches auch anderswo. Etwa, wenn an kirchlichen oder gesellschaftlichen Anlässen nur noch vegetarisch oder vegan gegessen wird – stillschweigend vorausgesetzt, dass alle damit einverstanden sind. Ich habe nichts gegen fleischlose Küche, esse oft selbst so. Aber ich frage mich: Warum wird mir etwas aufgezwungen, was als freiwillige Haltung mehr Wirkung hätte?
Manchmal fühle ich mich als heterosexueller Mensch fast schon diskriminiert – nicht, weil mir etwas genommen wird, sondern weil ich das Gefühl habe, dass meine Sichtweise nicht mehr zählt oder zumindest nicht mehr ausgesprochen werden darf, ohne als „nicht mehr zeitgemäss“ zu gelten.
Was mir dabei auffällt: Zwischen etwa 1970 und 1990 war der Umgang oft entspannter. Menschen wie Elton John, Freddie Mercury oder Boy George wurden für ihr Können bewundert – nicht für ihre Essgewohnheiten oder ihre sexuelle Orientierung, sondern für ihre Kunst, ihre Ausstrahlung, ihre Persönlichkeit. Es war uns schlicht egal, ob jemand schwul war oder Fleisch ass. Der Mensch stand im Vordergrund – nicht das Label.
Und ich glaube: Viele LGBTIQ+ und Queer-Menschen wollen diesen ganzen Hype gar nicht. Sie wollen einfach leben – in Ruhe, mit Respekt, ohne ständig ein Thema zu sein. Genau das wäre echte Gleichberechtigung: wenn es einfach normal ist, verschieden zu sein.
Ein Gedanke beschäftigt mich besonders: Immer wieder liest man den Satz „Uns wurde der Regenbogen gestohlen“. Und irgendwie stimmt das. Der Regenbogen – einst Symbol für Frieden, Vielfalt, Hoffnung – ist heute fast ausschliesslich mit der LGBTIQ+-Bewegung verknüpft. Sobald man ihn in einem Logo oder auf einer Flagge sieht, denkt man automatisch in diese Richtung. Dabei gehört der Regenbogen uns allen. Er steht für Weite, Schönheit, Natur – für das Verbindende, nicht das Trennende.
Toleranz darf keine Einbahnstrasse sein. Sie lebt davon, dass wir Verschiedenheit aushalten – auch da, wo sie uns fremd ist oder unbequem. Es geht nicht darum, dass alle alles gut finden. Es geht darum, dass wir einander zugestehen, unterschiedlich zu leben, zu denken, zu essen, zu glauben oder zu lieben.
Ich akzeptiere Menschen in ihrer Vielfalt. Ich wünsche mir nur, dass auch meine Perspektive Teil dieser Vielfalt sein darf.
Seit bald zwei Jahren schreibe ich mit Frank. Am 3. Juli haben wir „unser Jubiläum“ 😀
Wir haben uns (bis jetzt leider) nie gesehen, aber ich fühle mich ihm irgendwie sehr verbunden. Vielleicht gerade, weil er oft so anders ist als ich. Ruhig, rational, zurückhaltend. Während ich offen schreibe – über meine Gedanken, Stimmungen, Erinnerungen – bleibt er meist auf Abstand. Nicht das ich etwas von ihm will, aber er ist mir in diesen 2 Jahren sehr als beratender und unterstützender Freund ans Herz gewachsen.
Neulich schrieb ich ihm: „Sie erzählen von sich nicht wirklich viel… ich würde gern mehr über Sie wissen.“
Ich meinte das ehrlich. Nicht neugierig, sondern interessiert. Ich habe das Gefühl, dass in Frank viel mehr steckt, als er zeigt. Dass er viel empfindet – aber kaum etwas davon nach außen lässt.
Seine Antwort lautete: „Sie möchten gefühlvolle Worte lesen. Habe ich nicht. Gefühl – sofern man welches hat – bringt nur auf Irrwege.“
Ich musste diesen Satz mehrmals lesen. Nicht, weil er mir fremd ist. Sondern weil er so typisch ist für Menschen, die irgendwann aufgehört haben, ihren Gefühlen zu trauen.
Ich glaube nicht, dass Frank keine Gefühle hat. Im Gegenteil. Ich glaube, dass er zu viel gefühlt hat. Und dass er irgendwann beschlossen hat: Nie wieder. Nie wieder ausgeliefert sein. Nie wieder verletzt. Nie wieder schwach.
Und so beginnt das, was viele Menschen tun: Man unterdrückt, was man fühlt. Nicht weil man kalt ist – sondern weil man zu weich ist und sich schützen muss. Manchmal geschieht das schleichend. Man funktioniert. Man denkt. Man plant. Man argumentiert. Und irgendwann glaubt man selbst: Ich habe kein Gefühl.
Aber Gefühle verschwinden nicht. Sie lagern sich ein. Im Körper, im Inneren. Und irgendwann spürt man vielleicht: Ich bin müde. Leer. Gereizt. Erschöpft. Und weiß gar nicht mehr, warum.
Ich habe Frank einmal geschrieben: „Sie hätten schon Gefühle… das weiß ich… aber Sie tun alles, um diese nicht herauszulassen.“
Ich wünsche ihm, dass er es sich irgendwann (wieder) erlaubt – nicht für mich, sondern für sich selbst. Denn wer fühlt, lebt. Und wer sich berühren lässt, ist verletzlich – aber auch verbunden.
Vielleicht ist genau das der Punkt: Gefühle machen uns verwundbar. Aber sie machen uns auch menschlich.
Vielleicht sind Gefühle nicht dazu da, verstanden zu werden. Vielleicht reicht es, sie zuzulassen. Nicht, um schwach zu sein, sondern um echt zu sein. Vielleicht ist das Zulassen der Gefühle kein Zeichen von Kontrollverlust, sondern ein Akt von Mut und Vertrauen – in das Leben und in uns selbst.
Ich glaube, dass es sich lohnt, hinzuspüren. Auch wenn es manchmal weh tut. Denn am Ende geht es nicht darum, keine Gefühle zu haben. Sondern darum, mit ihnen zu leben – und sich selbst darin nicht zu verlieren, sondern zu finden.
Es gibt Orte, an denen das Schweigen spricht, und Momente, in denen die Welt innehält. Dort beginnt das Hören – nicht nach aussen, sondern nach innen.
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„In der Stille hört man nicht weniger, sondern mehr.“ Oft scheint es, als würde die Welt um uns herum immer lauter – Nachrichten, soziale Medien, der Trubel des Alltags. Doch wahre Erkenntnis, echtes Verstehen, entstehen nicht im Lärm, sondern im Innehalten. Wenn die äusseren Stimmen verstummen, wird der Klang unserer eigenen Gedanken deutlicher. In der Stille erkennen wir, was im Getöse des Alltags oft verloren geht: unsere wahren Wünsche, Ängste und Hoffnungen.
„Die Stille ist nicht leer – sie ist voller Antworten.“ Diese Momente der Ruhe offenbaren uns Einsichten, die wir im hektischen Treiben niemals finden würden. Es ist, als flösse die Zeit langsamer – als hielte die Welt für einen Augenblick inne, um uns die Möglichkeit zu geben, wirklich hinzuhören: auf das, was unser Herz uns sagen will.
Und manchmal, ja, manchmal braucht es mehr Mut, still zu sein, als zu sprechen. In einer Zeit, in der jeder eine Meinung hat und sie lautstark äussert, ist bewusstes Schweigen eine besondere Form der Stärke. Es bedeutet, Raum zu schaffen – für Gedanken, für Gefühle, für das, was wirklich zählt.
Stille ist nicht die Abwesenheit von Geräuschen – sie ist die Anwesenheit von Klarheit.
Vielleicht ist es gerade die Stille, die uns wieder lehrt, das Wesentliche zu erkennen – nicht in der Lautstärke des Erfolgs, sondern in der leisen Stimme des Herzens. Denn manchmal geschieht das Bedeutendste, wenn scheinbar nichts geschieht.
„Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, in keiner Not uns trennen und Gefahr. Wir wollen frei sein, wie die Väter waren, eher den Tod, als in der Knechtschaft leben. Wir wollen trauen auf den höchsten Gott und uns nicht fürchten vor der Macht der Menschen.“ Friedrich Schiller
Das institutionelle Rahmenabkommen zwischen der Schweiz und der EU klingt harmlos – ist es aber nicht. Hinter technischen Begriffen wie „Harmonisierung“ steckt in Wahrheit der Verlust unserer nationalen Souveränität.
Das Abkommen verpflichtet die Schweiz, EU-Recht automatisch zu übernehmen und fremde Richter anzuerkennen. Damit stünde EU-Recht über Schweizer Recht. Wir würden Gesetze übernehmen, die wir weder mitgestalten noch verhindern können – ein klarer Verlust an Unabhängigkeit.
Ja, gute Beziehungen zur EU sind wichtig. Aber sie dürfen nicht dazu führen, dass wir unsere Eigenständigkeit aufgeben. Wir brauchen keine Unterwerfung unter fremdes Recht, sondern Partnerschaften auf Augenhöhe.
Die Schweiz ist stark genug, ihre Interessen selbst zu vertreten – ohne ein Rahmenabkommen, das sie in eine einseitige Abhängigkeit bringt. Souveränität ist kein verhandelbares Gut.
Papst Franziskus starb und hinterließ nur 100 Dollar. Kein Haus, kein Bankkonto, keine Investitionen – obwohl er das Oberhaupt der katholischen Kirche war und jährlich 340.000 Euro hätte verdienen können. Warum? Weil er als Jesuit ein Armutsgelübde abgelegt hatte. Er lebte einfach: in einer bescheidenen Unterkunft, mit alten Schuhen, fuhr Ford Focus, ass mit den Angestellten und trug ein schlichtes Eisenkreuz.
Sein Reichtum war nicht materiell, sondern moralisch. Seine Botschaft:
„Es zählt nicht, was du besitzt. Es zählt, wer du bist. Was du für andere tust.“
Er war kein Papst des Luxus – Er war ein Papst des Herzens. Ein Mann, der bewiesen hat, dass einfach zu leben bedeutet, auf eine andere Weise zu herrschen.
In einer Welt, die Reichtum oft über alles stellt, hinterließ Franziskus kein Geld – sondern eine ewige Inspiration.
50 Jahre – ein runder Geburtstag, der nicht nur gefeiert, sondern auch gespürt wird. Ein Moment, der zum Innehalten einlädt. Zurückschauen, ohne zu verharren. Nach vorne blicken, ohne Druck. Zwischen den Jahren liegt so viel Leben – Erfahrungen, Brüche, Neuanfänge, Erkenntnisse.
In den letzten Jahren habe ich vieles losgelassen – alte Muster, überholte Überzeugungen, Erwartungen, die nicht mehr zu mir gehörten. Und gleichzeitig bin ich Stück für Stück mehr bei mir selbst angekommen.
Hier teile ich zehn Gedanken, die sich über die Jahre gefestigt haben – als Orientierung, als Erinnerung, als kleiner Kompass auf dem Weg.
1) Alles, was auf Dauer mehr Kraft kostet, als es mir gibt, darf losgelassen werden – auch wenn es schwerfällt. Selbst bei nahestehenden Menschen. Es ist in Ordnung, sich abzugrenzen, wenn es dem eigenen Wohl dient.
2) Der wahre Wert einer Sache bemisst sich nicht am Preis, sondern daran, was sie für dich bedeutet. Zeit mit geliebten Menschen, besondere Erlebnisse – das ist oft unbezahlbar.
3) Geld kann vieles erleichtern, aber es definiert uns nicht. Es zu haben ist angenehm, es nicht zu haben kann herausfordernd sein – aber es sagt nichts über den Wert eines Menschen aus.
4) Jeder Lebensweg ist einzigartig. Ob mit Kindern oder ohne, in einer Beziehung oder allein – wichtig ist, dass es dein Weg ist und sich für dich stimmig anfühlt.
5) Vergebung ist ein Geschenk, das man sich selbst macht. Sie befreit und gibt inneren Frieden – auch wenn es manchmal Zeit braucht.
6) Die Komfortzone ist gemütlich – aber Wachstum geschieht oft genau außerhalb davon. Es lohnt sich, immer wieder kleine Schritte hinauszuwagen.
7) Lerne dich selbst wirklich kennen. Sei ehrlich mit dir, entdecke, was dich ausmacht, was du brauchst, was dich erfüllt. Schreiben kann dabei ein wertvolles Werkzeug sein.
8) Wir können andere nicht retten – und sollten es auch nicht versuchen. Aber wir können für uns selbst sorgen, Verantwortung übernehmen und unseren eigenen Weg finden.
9) Hinter jedem schwierigen Verhalten steckt eine Geschichte. Menschen wollen im Grunde dazugehören, verstanden und geliebt werden. Auch wenn jemand verletzt – versuche, das Menschliche dahinter zu sehen. Und achte darauf, dass du selbst dir treu bleibst.
10) Und falls du irgendwann das dringende Bedürfnis hast, einem Ex zu schreiben – schlaf eine Nacht darüber. Oder mach etwas, das dich entspannt. Oft sieht die Welt danach schon ganz anders aus.
Anlässlich des 80. Todestages von Dietrich Bonhoeffer, der am 9. April 1945 starb, lädt das CIDOC zu einer für alle offenen Ausstellung über diese bedeutende Persönlichkeit der Geschichte ein.
Bonhoeffer war Pastor, Theologe und Widerstandskämpfer. Mit Mut und Glauben stellte er sich dem NS-Regime entgegen und hinterließ ein bis heute aktuelles, einflussreiches Werk.
Sein Zeugnis inspiriert bis heute viele Menschen auf der ganzen Welt.