Gestern war kein gewöhnlicher Tag – sondern einer, der mir in Erinnerung bleiben wird :
Ein Tag im Gros-de-Vaud – Unser Betriebsausflug zwischen Kultur, Natur und Gastfreundschaft
Gestern war es wieder einmal so weit: Betriebsausflug! Ein willkommener Anlass, den Arbeitsalltag hinter sich zu lassen, gemeinsam unterwegs zu sein und neue Eindrücke zu sammeln. Und genau das haben wir getan – mit einem abwechslungsreichen Tag im Gros-de-Vaud.
Pünktlich um 8:15 Uhr trafen wir uns am Bahnhof in Echallens. Von dort aus ging es mit einem kleinen Car in das charmante Dorf Chêne-Pâquier, wo ein liebevoll vorbereitetes Zmorge auf uns wartete. Frischer Kaffee und selbstgebackener Zopf – besser kann ein Tag kaum beginnen.
Im Anschluss besuchten wir den eindrucksvollen Temple elliptique, eine kleine Kirche die mit ihrer elliptischen Bauweise nicht nur architektonisch besonders ist, sondern auch geschichtlich einiges zu erzählen hat. Der Pfarrer vor Ort vermittelte uns auf lebendige Art die Hintergründe und Besonderheiten dieses bemerkenswerten Gotteshauses.
Danach machte sich die Gruppe zu Fuss auf den Weg zum Tour Saint-Martin – ein Aussichtsturm mit weiter Sicht über das Land. Aufgrund meiner Ischias-Probleme konnte ich diesen Weg nicht mitgehen. Umso dankbarer war ich für das spontane Angebot einer Kollegin, die mit dem Auto unterwegs war und mich kurzerhand mitnahm. Eine kleine Geste mit grosser Wirkung – denn der Aufstieg auf den Turm und die Aussicht von oben waren ein echtes Highlight des Tages.
Zurück im Car führte uns die Route weiter nach Denezy, wo wir eine kleine Kirche mit Fresken des schweizer Künstlers Louis Rivier besichtigten. Auch hier erhielten wir eine spannende und detaillierte Einführung – eine schöne Gelegenheit, Kunst und Geschichte in einer ruhigen Atmosphäre auf sich wirken zu lassen.
Gegen Mittag erreichten wir den letzten Programmpunkt unseres Ausflugs: das Restaurant La Ferme in Cremin. Ein Ort mit ländlichem Charme und familiärer Atmosphäre. Das Mittagessen wurde in grossen Schüsseln serviert – Schweinsbraten, Gratin Dauphinois und Rüebli-Salat – ganz wie zu Hause. Die ungezwungene Stimmung und das feine Essen rundeten diesen gelungenen Tag wunderbar ab.
Temple elliptiqueTemple elliptique innenTour St MartinAussicht vom TurmAussicht vom TurmAussicht vom TurmAussicht wenn man unten im Turm raus kommtEglise de DenezyFresken der Eglise de Denezy
Um 14:30 Uhr wurden wir beim Restaurant abgeholt und zurück nach Echallens gebracht – unserem morgendlichen Ausgangspunkt. Dort wartete bereits meine Mama auf mich, die mich morgens hingefahren hatte. Gemeinsam fuhren wir zu ihr nach Hause, wo ich ihr von all den schönen Erlebnissen des Tages erzählte.
Chorleben am Abend – Musik, Gemeinschaft und gute Gespräche
Nach einem erlebnisreichen Ausflugstag war für mich noch lange nicht Schluss. Gegen halb sechs machte ich mich erneut auf den Weg – diesmal nach Lausanne, um unsere Chorchefin und eine Kollegin aus dem Chor-Comité abzuholen. Wir waren bei Guillaume, unserem Präsidenten, zum gemeinsamen Znacht eingeladen.
Als wir ankamen, erwartete uns bereits ein liebevoll vorbereiteter Apéro. Die Stimmung war herzlich, fast familiär, und bald wurde der Grill angefeuert. Es wurde viel gelacht, erzählt und gemeinsam gegessen – doch neben dem Geselligen hatte der Abend auch einen sehr produktiven Kern.
Wir tauschten uns über das vergangene Konzert aus, gaben einander Feedback, reflektierten, lobten – und übten auch konstruktive Kritik. Die Atmosphäre blieb dabei stets offen und unterstützend. Es war spürbar, wie sehr uns der Chor verbindet – nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich.
Auch die Planung für kommende Projekte nahm an Fahrt auf, Ideen wurden gesammelt, mögliche Termine besprochen und erste Visionen geteilt. Gegen 1 Uhr morgens kam ich schliesslich nach Hause – todmüde, aber erfüllt. Dieser Abend war wie das i-Tüpfelchen auf einen ohnehin schon wunderbaren Tag.
Ich habe gestern von unserer Chorleiterin diesen schönen Blumenstrauss bekommen. Als Dankeschön, dass ich sie nach der Chorprobe immer nach Hause fahre. Und sie meinte, sie hätte extra diesen Blumenstrauss gewählt, damit er zum heutigen #yellowday passt. Sie ist echt süss, „meine Céline“ 💛
Die Christkatholische Kirche begleitet mich seit meiner Kindheit – und liegt mir bis heute am Herzen. Darum ist es mir ein Bedürfnis immer wieder über sie und die Menschen zu schreiben, die ihr Gesicht geben.
Immer wieder werde ich gefragt, was die Christkatholische Kirche eigentlich ausmacht. Für mich ist sie mehr als eine Glaubensgemeinschaft – sie ist eine Kirche mit Geschichte, Haltung und Gesichtern. Heute möchte ich einige dieser Gesichter vorstellen: Persönlichkeiten, die durch ihr Wirken innerhalb und außerhalb der Kirche sichtbar gemacht haben, wofür wir stehen – damals wie heute.
Eine Kirche aus dem Geist des Widerspruchs
Die Christkatholische Kirche der Schweiz entstand im 19. Jahrhundert als Antwort auf das Erste Vatikanische Konzil (1869–1870), insbesondere auf die dort beschlossene Unfehlbarkeit des Papstes. Viele Katholikinnen und Katholiken in der Schweiz – vor allem aus staatskirchlich geprägten, liberalen Kreisen – lehnten diese Neuerung ab. Aus dieser Bewegung ging 1871 die Christkatholische Kirche der Schweiz hervor: katholisch in der Liturgie, demokratisch in der Struktur und offen für theologische Weiterentwicklungen – ich sag ja immer „Wir sind reformierte Katholiken“.
Im Laufe der Zeit wurde die Kirche geprägt von Persönlichkeiten, die nicht nur innerhalb der Kirche, sondern auch darüber hinaus Wirkung entfaltet haben. Eine Auswahl:
Bischof von 1876 bis 1924 Als erster Bischof der Christkatholischen Kirche war Eduard Herzog eine prägende Figur der Gründungszeit. Der ehemalige römisch-katholische Theologieprofessor in Luzern wandte sich nach dem Ersten Vatikanischen Konzil der altkatholischen Bewegung zu. 1876 wurde er von Bischof Joseph Hubert Reinkens (Deutschland) geweiht. Herzog setzte sich für eine staatskirchlich verankerte Struktur, theologische Eigenverantwortung und den Aufbau einer glaubwürdigen Seelsorge ein.
👤 Johannes Stremlau (1874–1955)
Bischof von 1924 bis 1955 Der gebürtige Elsässer wurde nach Herzogs Tod zum zweiten Bischof gewählt. In seiner langen Amtszeit führte er die Kirche durch gesellschaftliche Umbrüche, die Zwischenkriegszeit und den Zweiten Weltkrieg. Stremlau galt als besonnener und verbindlicher Kirchenmann, der die christkatholische Identität festigte.
👤 Urs Küry (1901–1976)
Bischof von 1955 bis 1972 Theologe, Publizist und Vordenker: Küry prägte die Nachkriegszeit durch seine liturgischen Reformimpulse und seinen Einsatz für den ökumenischen Dialog. Sein Werk „Die altkatholische Kirche“ zählt bis heute zu den Standardwerken der altkatholischen Theologie.
👤 Léon Gauthier (1912–2003)
Bischof von 1972 bis 1986 Der erste frankophone Bischof der Christkatholischen Kirche wurde in La Chaux-de-Fonds geboren und war über 30 Jahre Pfarrer in Genf-Carouge. Als Bischof engagierte er sich stark in der internationalen altkatholischen Bewegung, leitete ökumenische Kommissionen und förderte eine moderne, offene geistliche Kommunikation.
👤 Hans Gerny (1925–2014)
Bischof von 1986 bis 1999 Der Basler Theologe war ein Mann der Ausgewogenheit. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Kirche in Richtung verstärkter Partizipation – besonders auch durch die Einbindung von Frauen. Gerny war ökumenisch stark vernetzt und legte Wert auf eine menschennahe Seelsorge.
🔄 Vakanzzeit 1999–2009
Kein amtierender Bischof Nach dem Rücktritt von Hans Gerny im Jahr 1999 entschied die Nationalsynode, vorerst keinen neuen Bischof zu wählen. Die Leitung der Kirche wurde interimistisch durch ein Team aus Synodalrat, Synodalvertretung und Kirchenkanzlei übernommen. Diese Zeit war geprägt von Reflexion, Strukturfragen und einer Neuorientierung der kirchlichen Leitung – insbesondere im Hinblick auf die Stellung des Bischofsamts in einer demokratisch verfassten Kirche.
👤 *Fritz-René Müller (1949)
Generalvikar und leitender Geistlicher in der Vakanzzeit 1999–2009 Nach dem Rücktritt von Bischof Hans Gerny übernahm Fritz-René Müller als Generalvikar eine zentrale Leitungsfunktion in einer bewusst bischofslosen Phase. Der erfahrene Pfarrer und frühere Synodalratspräsident vertrat die Kirche in theologischen, ökumenischen und organisatorischen Fragen nach innen wie nach außen. Müller galt als integrative Persönlichkeit mit einem feinen Gespür für Ausgleich und Kommunikation. Unter seiner Mitwirkung wurde die spätere Wahl von Harald Rein vorbereitet und die Rolle des Bischofs im Kontext der synodalen Kirchenstruktur neu reflektiert.
👤 *Harald Rein (1957)
Bischof von 2009 bis 2023 Nach zehnjähriger Vakanz wurde Harald Rein gewählt – der erste Bischof nach dem Zwischenjahrzehnt. Er führte die Kirche in eine neue öffentliche Sichtbarkeit und vertrat klare Positionen zu ethischen, kirchlichen und gesellschaftspolitischen Themen. Rein galt als Stimme des Dialogs und setzte sich besonders für Inklusion, ökumenische Verständigung und innerkirchliche Offenheit ein.
👤 *Frank Bangerter (1966)
Bischof seit 2024 Der Seelsorger aus dem Kanton Solothurn steht für eine dialogische, sachlich fundierte Leitung. Er betont die Rolle der Kirche als Gesprächspartnerin in der Gesellschaft und fördert eine Seelsorge, die die Lebensrealität der Menschen ernst nimmt. Als Bischof setzt er auf Zusammenarbeit, Klarheit und geistliche Tiefe.
Stimmen für Gleichstellung und Wandel
👩🎓 *Denise Wyss (1965)
Erste geweihte Pfarrerin der Christkatholischen Kirche Nach der Einführung der Frauenordination durch die Nationalsynode 1999 wurde Wyss als erste Frau zum priesterlichen Dienst geweiht – ein Meilenstein in der Geschichte der Kirche und ein starkes Zeichen für Gleichberechtigung.
👩🎓 *Angela Berlis (1957)
Professorin für Kirchengeschichte und Theologin Berlis zählt zu den wichtigsten Theologinnen der altkatholischen Welt. Sie lehrt in Bern, ist international vernetzt und setzt sich seit Jahrzehnten für die Gleichstellung in kirchlichen Ämtern ein – sowohl theoretisch als auch praktisch.
Christkatholisch geprägte Persönlichkeiten aus Kultur und Justiz
🎭 *Franz Hohler (1943)
Kabarettist, Autor und Liedermacher Der bekannte Schweizer Künstler stammt aus einem christkatholischen Elternhaus. Seine Werke verbinden feinen Humor mit kritischem Blick – Ausdruck eines Glaubens, der nachfragt und mitdenkt.
⚖️ Arthur Häfliger (1916–2000)
Ehemaliger Bundesrichter Häfliger war eine respektierte Stimme im Schweizer Rechtswesen. Seine christkatholische Prägung spiegelte sich in seinem Engagement für Menschenwürde, Gerechtigkeit und Unabhängigkeit der Justiz.
⚖️ *Michael Lauber (1965)
Ehemaliger Bundesanwalt, heute Medienverantwortlicher der Christkatholischen Kirche Lauber, Sohn des christkatholischen Pfarrers Roland Lauber, ist seit Geburt Teil dieser Kirche. Nach seiner juristischen Karriere engagiert er sich heute in der kirchlichen Kommunikation und prägt das öffentliche Bild der Kirche mit.
🧑🎨 Walther Munzinger (1830–1873)
Jurist, Politiker und Mitbegründer der Christkatholischen Kirche der Schweiz Munzinger war eine Schlüsselfigur in der Gründungsphase. Als engagierter Kirchenpolitiker organisierte er 1871 den ersten christkatholischen Katholikenkongress in Solothurn und wirkte massgeblich an der Berufung von Eduard Herzog mit. Auch der Aufbau der theologischen Fakultät in Bern ist untrennbar mit seinem Namen verbunden.
👩🏫 Anny Peter (1882–1958)
Pädagogin, Frauenrechtlerin und führende Persönlichkeit der christkatholischen Frauenbewegung Als Präsidentin des Verbands Christkatholischer Frauenvereine setzte sich Anny Peter früh für Mitbestimmung und Gleichstellung ein. Sie gründete eine internationale Arbeitsgemeinschaft altkatholischer Frauenverbände und engagierte sich während des Zweiten Weltkriegs in der Flüchtlingshilfe.
Persönliches Schlusswort
Diese Persönlichkeiten stehen exemplarisch für eine Kirche, die trotz ihrer überschaubaren Grösse bedeutende Impulse gesetzt hat – theologisch, gesellschaftlich und menschlich.
Ich selbst stamme aus einer christkatholischen Familie, deren Vorfahren zu den Gründungsmitgliedern dieser Kirche gehörten. Diese Verwurzelung ist für mich mehr als nur familiäre Geschichte – sie ist Teil meiner Identität. Sie verbindet mich mit einer Glaubensgemeinschaft, die seit über 150 Jahren versucht, glaubwürdig, offen und verantwortungsbewusst Kirche zu sein – in der Welt von damals und von heute.
Ich bin stolz, dieser Kirche anzugehören. Es ist mir ein echtes Anliegen, ihre Geschichte, ihre Werte und ihr Profil sichtbar zu machen – innerhalb und außerhalb kirchlicher Kreise. Denn ich bin überzeugt: Unsere Kirche hat auch heute viel zu sagen.
Es war früh am Morgen, als Liora den schmalen Pfad hinunter zum Fluss nahm. Nebel hing über dem Wasser wie ein ungesagtes Wort, das zwischen Himmel und Erde schwebte. Sie war zum ersten Mal seit Jahren wieder hier – an dem Ort, an dem einst ihre Großmutter gelebt hatte.
Der Wald schien sie zu erkennen. Die Blätter raschelten leise, als flüsterten sie Erinnerungen. Liora blieb stehen, schloss die Augen und lauschte. Da war nichts – und doch alles. Ein stilles Summen in der Luft, als würde die Natur atmen.
Am Ufer hockte sie sich hin. Der Fluss floss ruhig, aber kraftvoll. Ihre Großmutter hatte gesagt, dass der Fluss eine Seele habe. „Wenn du still bist, spricht er mit dir“, hatte sie gemurmelt, damals, als Liora noch zu jung war, um zu verstehen.
Heute wollte sie zuhören.
Sie streckte eine Hand ins Wasser. Es war kühl und lebendig. Plötzlich hatte sie das Gefühl, nicht allein zu sein. Kein Geräusch – nur ein inneres Vibrieren, ein Hauch, wie ein Gedanke, der nicht aus ihr kam.
„Du suchst etwas, das du nie verloren hast.“
Liora erstarrte. Die Worte klangen nicht in ihren Ohren, sondern in ihrem Inneren.
Sie sah sich um. Niemand war da – nur Bäume, Wasser, Nebel. Und doch war etwas präsent. Kein Schrecken, eher eine wache Stille.
„Wer bist du?“, flüsterte sie.
„Ich bin, was bleibt, wenn du alles loslässt.“
Tränen stiegen in ihre Augen, ohne dass sie wusste, warum. Vielleicht, weil sie zum ersten Mal seit Langem nichts erklären musste. Keine Rolle spielen. Keine Richtung suchen.
Nur da sein.
Der Fluss floss weiter, unbeeindruckt und weise. Und Liora verstand: Die Antworten waren nie im Außen gewesen. Sie waren hier – im Wasser, in der Erde, im Schweigen zwischen den Dingen.
Als sie aufstand, fühlte sie sich leichter. Nicht, weil sich etwas verändert hatte, sondern weil sie aufgehört hatte, dagegen anzukämpfen.
Der Wald schwieg, doch sein Schweigen war voller Sinn.
In Kürze starte ich hier eine neue Rubrik mit Kurzgeschichten. Sie drehen sich um Spiritualität, Natur und das, was man nicht mit bloßem Auge sehen kann.
Im Mittelpunkt stehen zwei Figuren: Liora und Zephira. Beide erleben auf ihre eigene Weise besondere, manchmal geheimnisvolle Momente – leise, berührend und oft mit tiefer innerer Bedeutung.
Eine erste Geschichte dieser Rubrik – „Der Flüsternbaum“, in der Zephira eine zentrale Rolle spielt – hab ich schon geschrieben… und weitere werden folgen.
Seit bald zwei Jahren schreibe ich mit Frank. Am 3. Juli haben wir „unser Jubiläum“ 😀
Wir haben uns (bis jetzt leider) nie gesehen, aber ich fühle mich ihm irgendwie sehr verbunden. Vielleicht gerade, weil er oft so anders ist als ich. Ruhig, rational, zurückhaltend. Während ich offen schreibe – über meine Gedanken, Stimmungen, Erinnerungen – bleibt er meist auf Abstand. Nicht das ich etwas von ihm will, aber er ist mir in diesen 2 Jahren sehr als beratender und unterstützender Freund ans Herz gewachsen.
Neulich schrieb ich ihm: „Sie erzählen von sich nicht wirklich viel… ich würde gern mehr über Sie wissen.“
Ich meinte das ehrlich. Nicht neugierig, sondern interessiert. Ich habe das Gefühl, dass in Frank viel mehr steckt, als er zeigt. Dass er viel empfindet – aber kaum etwas davon nach außen lässt.
Seine Antwort lautete: „Sie möchten gefühlvolle Worte lesen. Habe ich nicht. Gefühl – sofern man welches hat – bringt nur auf Irrwege.“
Ich musste diesen Satz mehrmals lesen. Nicht, weil er mir fremd ist. Sondern weil er so typisch ist für Menschen, die irgendwann aufgehört haben, ihren Gefühlen zu trauen.
Ich glaube nicht, dass Frank keine Gefühle hat. Im Gegenteil. Ich glaube, dass er zu viel gefühlt hat. Und dass er irgendwann beschlossen hat: Nie wieder. Nie wieder ausgeliefert sein. Nie wieder verletzt. Nie wieder schwach.
Und so beginnt das, was viele Menschen tun: Man unterdrückt, was man fühlt. Nicht weil man kalt ist – sondern weil man zu weich ist und sich schützen muss. Manchmal geschieht das schleichend. Man funktioniert. Man denkt. Man plant. Man argumentiert. Und irgendwann glaubt man selbst: Ich habe kein Gefühl.
Aber Gefühle verschwinden nicht. Sie lagern sich ein. Im Körper, im Inneren. Und irgendwann spürt man vielleicht: Ich bin müde. Leer. Gereizt. Erschöpft. Und weiß gar nicht mehr, warum.
Ich habe Frank einmal geschrieben: „Sie hätten schon Gefühle… das weiß ich… aber Sie tun alles, um diese nicht herauszulassen.“
Ich wünsche ihm, dass er es sich irgendwann (wieder) erlaubt – nicht für mich, sondern für sich selbst. Denn wer fühlt, lebt. Und wer sich berühren lässt, ist verletzlich – aber auch verbunden.
Vielleicht ist genau das der Punkt: Gefühle machen uns verwundbar. Aber sie machen uns auch menschlich.
Vielleicht sind Gefühle nicht dazu da, verstanden zu werden. Vielleicht reicht es, sie zuzulassen. Nicht, um schwach zu sein, sondern um echt zu sein. Vielleicht ist das Zulassen der Gefühle kein Zeichen von Kontrollverlust, sondern ein Akt von Mut und Vertrauen – in das Leben und in uns selbst.
Ich glaube, dass es sich lohnt, hinzuspüren. Auch wenn es manchmal weh tut. Denn am Ende geht es nicht darum, keine Gefühle zu haben. Sondern darum, mit ihnen zu leben – und sich selbst darin nicht zu verlieren, sondern zu finden.
Es gibt Orte, an denen das Schweigen spricht, und Momente, in denen die Welt innehält. Dort beginnt das Hören – nicht nach aussen, sondern nach innen.
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„In der Stille hört man nicht weniger, sondern mehr.“ Oft scheint es, als würde die Welt um uns herum immer lauter – Nachrichten, soziale Medien, der Trubel des Alltags. Doch wahre Erkenntnis, echtes Verstehen, entstehen nicht im Lärm, sondern im Innehalten. Wenn die äusseren Stimmen verstummen, wird der Klang unserer eigenen Gedanken deutlicher. In der Stille erkennen wir, was im Getöse des Alltags oft verloren geht: unsere wahren Wünsche, Ängste und Hoffnungen.
„Die Stille ist nicht leer – sie ist voller Antworten.“ Diese Momente der Ruhe offenbaren uns Einsichten, die wir im hektischen Treiben niemals finden würden. Es ist, als flösse die Zeit langsamer – als hielte die Welt für einen Augenblick inne, um uns die Möglichkeit zu geben, wirklich hinzuhören: auf das, was unser Herz uns sagen will.
Und manchmal, ja, manchmal braucht es mehr Mut, still zu sein, als zu sprechen. In einer Zeit, in der jeder eine Meinung hat und sie lautstark äussert, ist bewusstes Schweigen eine besondere Form der Stärke. Es bedeutet, Raum zu schaffen – für Gedanken, für Gefühle, für das, was wirklich zählt.
Stille ist nicht die Abwesenheit von Geräuschen – sie ist die Anwesenheit von Klarheit.
Vielleicht ist es gerade die Stille, die uns wieder lehrt, das Wesentliche zu erkennen – nicht in der Lautstärke des Erfolgs, sondern in der leisen Stimme des Herzens. Denn manchmal geschieht das Bedeutendste, wenn scheinbar nichts geschieht.
Als Zephira an diesem Morgen das Fenster öffnete, landete ein kleiner Zettel auf ihrer Fensterbank. Darauf stand nur: „Danke, dass du gestern gelächelt hast. – Der Wind.“
Zephira fragte sich, wie es möglich ist, dass der Wind ihr einen Zettel zukommen lässt. War das ein Scherz? Ein Zufall? Oder doch mehr? Sie hob den Zettel vorsichtig hoch – das Papier war ungewöhnlich weich, fast wie getrocknete Blätter, und roch nach Fernweh und nassem Asphalt. Auf der Rückseite stand nun plötzlich ein neuer Satz: „Manchmal flüstern wir, was andere sich nicht trauen zu sagen.“
Dieser Satz veranlasste sie zum Nachdenken. Wer ist „wir“? Der Wind und sie? Oder meinte er andere Wesen, die mit dem Wind reisen – Worte, Düfte, Erinnerungen?
Sie stand einen Moment reglos da, während der Morgenwind sachte an ihren Haaren zog, fast wie ein scheues Streicheln. Dann hörte sie es. Nicht laut, nicht klar – aber da war ein Flüstern. Kein Geräusch, das man mit den Ohren hören konnte. Eher ein Gefühl direkt unter der Haut, als würde jemand sagen: „Du hörst uns doch. Schon lange.“
Zephira erschrak – nicht vor der Stimme, sondern weil es stimmte. Ja, es stimmte wirklich. Manchmal hörte sie sie. In Momenten der Stille. Zwischen zwei Gedanken. Wenn der Regen leise gegen das Fenster klopfte oder wenn sie durch raschelndes Laub ging. Flüchtige Sätze, halbe Fragen, manchmal auch ein Lachen. Doch sie hatte es immer für Einbildung gehalten.
Wer waren „sie“?
An diesem Abend nahm sie den Zettel und legte ihn unter ihr Kopfkissen. In der Nacht träumte sie von einem alten Baum auf einem Hügel, dessen Blätter flüsterten wie Stimmen. Eine Stimme sagte: „Wir sind das, was du verloren glaubtest. Und was dich noch erwartet.“
Im Traum ging sie zu dem Baum auf dem Hügel. Als sie oben ankam, verspürte sie eine Vertrautheit, die ihr fast die Luft nahm – als würde sie nach langer Zeit nach Hause kommen. Die Blätter raschelten im Wind. Oder flüsterten sie etwa doch?
Sie trat näher, legte die Hand an die rissige Rinde. Warm. Lebendig. Ein leiser Sog zog sie in das Innere des Baumes – nicht mit Gewalt, eher wie eine Einladung. Dann hörte sie die Stimmen klarer. Sie waren nicht laut, aber sie waren viele. Und sie kannte sie.
Die Stimme ihrer Großmutter. Ein Freund aus Kindertagen. Eine Version ihrer selbst, jünger, mutiger – oder vielleicht einfach nur freier.
„Wir sind deine Erinnerungen, deine Möglichkeiten und das, was du liebst.“
Zephira schloss die Augen. Zum ersten Mal wusste sie, dass sie nicht allein war – nie gewesen war.
Als sie morgens erwachte, hatte sie nur ein Ziel: Diesen Baum in der wirklichen Welt finden.
Sie erinnerte sich an jedes Detail aus dem Traum – der sanfte Hügel, das goldene Licht zwischen den Ästen, das Flüstern der Blätter, das sich anfühlte wie ein Versprechen. Noch nie war ihr ein Traum so klar geblieben, so nah. Es war, als hätte ihr Herz eine Karte bekommen – keine aus Papier, sondern aus Sehnsucht.
Sie packte einen kleinen Rucksack: ein Notizbuch, eine Flasche Wasser, den seltsamen Zettel vom Wind. Dann ging sie los. Ohne Plan, aber mit einem Gefühl, das sie lenkte. Vielleicht war der Baum nur ein Symbol. Vielleicht auch nicht.
Aber Zephira wusste: Manches findet man nicht, weil man sucht – sondern weil man bereit ist, gefunden zu werden.
Sie wanderte den ganzen Tag umher, durch Wälder, über Felder, vorbei an alten Wegen und neuen Gedanken. Aber der Baum blieb unauffindbar. Kein Hügel passte, kein Rascheln klang vertraut genug. Die Müdigkeit kroch ihr in die Glieder, und mit einem Seufzen legte sie sich spät abends ins Bett.
Als sie die Augen schloss, war da sofort wieder dieser Ort. Der Hügel, der Baum – diesmal im Licht des Mondes. Die Blätter glühten sanft, als warteten sie auf sie.
Zephira trat näher. Diesmal zögerte sie nicht. „Warum finde ich dich nicht?“ fragte sie in den Wind.
Der Baum antwortete nicht direkt – aber eine einzelne Blattspitze löste sich und schwebte in ihre Hand. Darauf stand:
„Du suchst mich dort draußen. Doch ich wachse in dir.“
Zephira erwachte mit Tränen in den Augen – nicht aus Traurigkeit, sondern weil sie endlich verstand: Manche Wege führen nicht durch die Welt, sondern durch das eigene Herz.
20 Tage lang habe ich nichts geschrieben. Nicht, weil nichts war – sondern weil es einfach Alltag war.
Letzten Donnerstag kam Sohnemann nach der Spätschicht nach Hause – wie gewohnt gegen 23:15 Uhr. Ich lag schon im Bett, war aber noch wach. Er reichte mir einen Zettel – eine Nachricht, die alles veränderte : ein Kündigungsschreiben.
Er und drei weitere Kollegen aus der Spätschicht – also vier insgesamt – hatten die Kündigung erhalten. Aus wirtschaftlichen Gründen, wie es hiess. Alle vier befanden sich noch in der dreimonatigen Probezeit, entsprechend betrug die Kündigungsfrist nur sieben Tage. Im Schreiben stand zudem, dass sie für die verbleibenden Tage nicht mehr zur Arbeit erscheinen müssen.
Es hat fast den Anschein, als wären sie gezielt für einen grossen Auftrag eingestellt worden. Und jetzt, da dieser abgeschlossen ist, hat man sie einfach fallen lassen. Wenn dem tatsächlich so war – was der Patron bestreitet –, wäre es ehrlicher gewesen, sie von Anfang an nur befristet anzustellen.
Es hat mir das Herz zusammengezogen. Nicht nur, weil er seinen Job verloren hat – natürlich auch deshalb – aber vor allem, weil es eine Arbeit war, die ihm wirklich Freude machte. Er ging gerne hin. Jeden Tag. Mit Motivation, mit Stolz. Im Team verstanden sie sich gut, und man hatte ihm versichert, dass er in dieser Firma eine Perspektive habe. Und dann – dieser Schlag ins Gesicht.
Ich konnte in dieser Nacht nicht schlafen. Bis fünf Uhr morgens war ich wach. Nicht aus Sorge, dass er nichts Neues findet – ich weiss, dass er das schafft. Aber ich hatte Angst, dass ihn diese Enttäuschung lähmt. Dass er sich zurückzieht. Wieder.
Doch zwei Tage später zeichnete sich ein erster Lichtblick ab. Sohnemann hat seinen Vater kontaktiert – Jurist – um sich in Bezug auf Lohn, Arbeitszeugnis und seine Rechte beraten zu lassen. Und tatsächlich: Der Ex-Mann kümmert sich. Sie haben sich getroffen, miteinander gesprochen und erste Schritte geplant. Ich war ehrlich erleichtert.
Ebenso froh war ich, dass mein Herr Sohn am zweiten Tag rausging, sich bewegte, Sport machte – und seinen Frust in den Fussballplatz statt in sich hinein schlug. Auch dass er nicht wieder die Nacht zum Tag machte, wie in früheren schwierigen Phasen, hat mich beruhigt.
Manchmal sind es nicht die Schläge des Lebens, die am meisten schmerzen – sondern das Mitfühlen, wenn sie jemanden treffen, den man liebt. Aber genau da beginnt auch Stärke: in der Art, wie man wieder aufsteht.
Ich hab mal Chatgpt gefragt, ob er mir die christkatholische (altkatholisch in D und AT) erklären kann. Ich muss sagen : chapeau ! Sehr gut zusammengefasst :
Die Altkatholische Kirche entstand im 19. Jahrhundert als Reaktion auf die dogmatischen Entscheidungen des Ersten Vatikanischen Konzils (1869–1870), besonders das Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes. Altkatholiken lehnen dieses Dogma ab und betonen eine stärkere Unabhängigkeit der nationalen Kirchen. Sie bewahren viele Traditionen der römisch-katholischen Kirche, wie die Sakramente und die Liturgie, lehnen jedoch die Autorität des Papstes ab und betonen die Bedeutung der Synodalität und der Verantwortung der Gläubigen. Für Altkatholiken und Christkatholiken ist der Papst einfach der Bischof von Rom und nicht unfehlbar.
In der Schweiz ist die Altkatholische Kirche als Christkatholische Kirche bekannt. Diese Kirche ist sehr liberal und betont eine größere Autonomie sowie die Mitbestimmung der Gläubigen. Besonders hervorzuheben ist, dass die Altkatholische Kirche eine volle Kirchgemeinschaft mit der Anglikanischen Kirche hat, die seit dem Bonner Abkommen von 1931besteht. Dies fördert den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den beiden Traditionen.
Einige Merkmale der Altkatholischen und Christkatholischen Kirche:
Frauenordination: Frauen dürfen seit 1996 in der Schweiz als Priesterinnen und Bischöfinnen ordiniert werden.
Zölibat und Ehe: Geistliche können heiraten, der Zölibat ist nicht vorgeschrieben.
LGBTQ+ Akzeptanz: Die Kirche ist offen und akzeptiert LGBTQ+ Menschen.
Ökumene: Die Kirche ist stark ökumenisch ausgerichtet und fördert den Dialog zwischen den Konfessionen.
Gastfreundschaft für Andersgläubige: Andersgläubige sind herzlich willkommen und können die Kommunion empfangen, ebenso wie in der Kirche heiraten oder kirchlich gesegnet werden.
Geschiedene: Geschiedene sind nicht ausgeschlossen und können an der Eucharistie teilnehmen.
Zusammengefasst:
Papstunfehlbarkeit: Wird abgelehnt, der Papst ist lediglich der Bischof von Rom.
Kirchenstruktur: Statt eines zentralen Papstes betonen Altkatholiken die Unabhängigkeit und Mitbestimmung der einzelnen Kirchen.
Sakramente und Liturgie: Ähnlich der römisch-katholischen Praxis, jedoch ohne papstzentrierte Lehren.
Liberalität: Die Kirche ist bekannt für ihre liberale Ausrichtung.
Frauenordination: Frauen können Priesterinnen und Bischöfinnen werden.
Ehe und Zölibat: Geistliche dürfen heiraten, der Zölibat ist freiwillig.
LGBTQ+ Akzeptanz: Offen und inklusiv für LGBTQ+ Menschen.
Ökumene: Starke ökumenische Ausrichtung mit der Anglikanischen Kirche und anderen Konfessionen.
Kirchliche Gastfreundschaft: Andersgläubige sind willkommen und können die Kommunion empfangen und heiraten.
Diese Aspekte machen die Christkatholische Kirche in der Schweiz und die Altkatholische Kirche im Allgemeinen einzigartig und besonders offen und inklusiv.